Musik, Name & Gedächtnis

Die Magie einer Musik, die man noch nicht kennt oder die man kennt, aber von der man den Interpreten vergessen hat. Im zweiten Fall birgt sie wieder ein Geheimnis, das sie in dem Moment verloren hatte, als man wusste wer das war und welches Stück. So lange ich nicht mehr weiß, wer hinter der Musik steht, ist sie dichter, stärker, eindrücklicher, mehr auf den Augenblick konzentriert. Das Wissen des Namens des Musikers subtrahiert etwas von ihr, lenkt ab, verwässert.

Shuffle auf der Jukebox. Die ersten Takte eines Liedes, von dem ich weiß, dass ich es kenne. Diese wenigen Sekunden am Anfang, in denen ich noch nicht sicher bin, welche Band und welches Stück das ist. Die Gehirnzellen, die bei mir inzwischen (lauert da Alzheimer um die Ecke?) eine kleine Weile brauchen, bis sie mein Gedächtnis angezapft haben und die Info zurückgemeldet haben. In diesen Momenten ist alles möglich. Dafür liebe ich sie so.

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Eine Antwort to “Musik, Name & Gedächtnis”

  1. ohrensause Says:

    das, was ich da im 2. abschnitt geschildert habe, passiert mir vor allem mit liedern, die ich noch nicht so lange kenne. grob gesagt sachen, die ich in den letzten 10 jahren das 1. mal gehört habe. ältere stücke erkenn ich sofort und kann sie auch sofort benennen. das ganze erinnert mich ein bisschen an dieses buch über eine alzheimerpatientin, die angeblich die krankheit genießt weil sie viele dinge immer wieder neu entdecken kann. hatte glaube ich ihr sohn geschrieben. titel weiß ich jetzt nicht mehr…

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