Archive for April 2009

Irrenhaus

April 27, 2009

Danach sollen Finanzinstitute ihre derzeit unverkäuflichen Wertpapiere in Zweckgesellschaften zwischenlagern und so mit ihren dann gereinigten Bilanzen wieder Vertrauen im Markt zurückgewinnen. (q)

Träume ich jetzt oder was? Da kommen sie doch her, die Schrottpapiere, die verbrieften faulen Kredite. Es gibt sie doch nur weil die Banken sie in Zweckgesellschaften außerhalb ihrer Bilanzen ausgliedern konnten. Sie jetzt dort wieder hin zu manövrieren ist ja wohl die totale Bankrotterklärung der Regierung. Die Banken tanzen Steinbrück, Merkel et al. auf der Nase herum. Die machen einfach so weiter als wäre nichts geschehen. Fahren im 1. Quartal sogar fette Gewinne ein. Und Ackermann schwadroniert wieder von Renditezielen, die nur erreicht werden können, wenn der Staat, also wir, die Banken dann wieder rausboxen, wenn es in die Hose gegangen ist. Aber vielleicht bin ich ja nur zu blöd, das alles zu kapieren. Hoffen wir mal, dass es so ist.

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April 26, 2009

Turbolenz

selbst in schuld

April 24, 2009

Hätte ich Idiot nicht mit dem Rauchen aufgehört, dann könnte ich mir jetzt in aller Seelenruhe eine anstecken. Der Gedanke wird zum running gag.

Santana – Samba pa ti

April 23, 2009


Zuerst erschienen 1970 auf Abraxas, 1974 dann als Single aus einer Hitkompilation ausgekoppelt.

Die Siebziger waren musikalisch gar nicht so langweilig wie sie mir in der Erinnerung bis vor kurzem erschienen. Sie waren nicht nur das überproduzierte Wasteland aus Progrock, Jazzrock, Glam, Soul, Funk, MoR, Schwedenpop, Schlager usw. Sie waren auch und vor allem das, das stimmt schon, aber sie hatten auch ziemlich gute Musik zu bieten. Und das Erstaunlichste ist, dass ich sie sogar zum Teil gehört habe obwohl ich in den Siebzigern zwischen sechs und sechzehn war und somit nicht unbedingt die Musiktrends jenseits des Mainstreams kennengelernt habe. Ich fange jetzt mal eine lose Reihe mit Posts über Tracks aus den Siebzigern an, die mir mit guten Erinnerungen im Hirn haften geblieben sind und die ich auch heute noch gelegentlich, wenn ich in einer nostalgischen Stimmung bin oder mich in eine versetzen lassen will, gerne höre. Bei sehr vielen Songs aus der Zeit ist das nicht der Fall. Hierunter fällt z.B. das Gesamtwerk von Abba und auch die Fistelstimme des Supertrampsängers Roger Hodgson ertrage ich nicht mehr. Von Freddie Mercury und Queen will ich jetzt gar nicht anfangen.

Samba pa ti (auf deutsch: Samba für dich) habe ich zum ersten Mal Mitte der Siebziger in einer TV-Vorabendserie gehört. Ich glaube es wurde gespielt als sich gerade eine Liebesgeschichte zwischen einem Mädchen und einem Jungen anbahnte. Auf jeden Fall war ich beim ersten Hören sofort hin und weg. Das Instrumental wurde in meinen Gedanken sofort das ultimative Bluesstück. In Frankreich sagt man übrigens erstaunlicherweise slow zu dem Tanz bei dem sich die Partner eng umschlingen und sich gaaanz langsam um die eigene Achse drehen. Natürlich habe ich auf Samba pa ti nicht ein einziges Mal in meinem Leben mit irgendeinem Mädchen getanzt. Dieser Traum wird wohl auf ewig unerfüllt bleiben. Nick Hornby hat sich übrigens gewünscht zu Samba pa ti seine Unschuld zu verlieren, für ihn hörte sich das Lied an wie wenn zwei Liebe machen. Ist nicht völlig abwegig, u.a. auch da die Geschwindigkeit im Laufe des Stücks ansteigt, aber auf den Gedanken wäre ich niemals gekommen. Dazu war es mir damals viel zu verträumt romantisch und zu zärtlich. On second thoughts: Wobei schneller werdende Musik eigentlich gerade nicht zu Sex passt. Weil sich die Bewegung beim Sex schon von ganz alleine beschleunigt. Meine Lieblingsmusiken für dieses Setting sind jedenfalls alle durchgehend langsam.

Bei Samba pa ti fasziniert mich die meditative Ruhe der langsam gespielten Gitarrenmelodie, deren einfache Schönheit fast weh tut, und dieses Innehalten nach der aufsteigenden Tonfolge. Die Pause, in der sich eine starke positive Spannung aufbaut, die erst in einer Wiederholung der Melodie vorübergehend aufgelöst und dann später von einer dissonanten, lauten Keyboardfigur endgültig entladen wird. Danach wird extemporiert und improvisiert, der Track läuft irgendwie ohne klar definiertes Ende aus. Er könnte eigentlich noch ewig weiter gehen.

Carlos Santana sagte kürzlich in Mojo folgendes, was die direkte Emotionalität des Liedes anspricht:

…when I recorded it I was thinking of nothing, it was just pure feeling. I have a suspicion it came from stuff bottled up inside me, that I didn’t know how to express or articulate. (q)

Cocteau Twins – Wax and Wane

April 20, 2009


Das ist das zweite Lied auf der ersten Platte der Cocteau Twins, die im Juni 1982 rausgekommen ist. In dem Monat gegen dessen Ende ich mich auf eine Reise gemacht habe, von der ich eigentlich nicht zurückkommen wollte und in gewisser Weise auch nie zurückgekommen bin. Liz Fraser, die ätherische Stimme der Cocteau Twins, war 18 zum Zeitpunkt der Aufnahme. Sie ist sechs Wochen jünger als ich wie ich vor kurzem herausfand.

Der Song beginnt mit einem langsam anschwellenden Hallton. Die kosmische Hintergrundstrahlung als Geräusch? Und nimmt damit den Faden des ersten Liedes Blood Bitch auf, das entsprechend ausklingt. Enter the drum machine. Sowie der elektrische Bass von Will Heggie, der diesem Album und diesem Lied den sonoren Sound gibt. Ominös und dunkel, in den Vordergrund gemischt, stark hallend, ist der Bass hier das Leadinstrument. Ganz in der Schule von Peter Hook bei Joy Division/New Order. Der schnell gespielte, kraftvolle, erdig-melodische Bass windet sich geschmeidig um die drum machine, deren perfekter, klinischer Rhythmus mich ausnahmsweise mal nicht stört. Er passt in die bedrohliche und bedrückende Atmosphäre. Und akzentuiert das anziehend Hypnotische des repetitiven, minimalistischen Songs noch. Robin Guthrie’s verzerrte, feedbackgetränkte Gitarre versorgt das Stück mit einem zusätzlich verunsichernden, lärmigen Element. On top of that kommt dann nach über einer Minute Liz Fraser’s mädchenhafte, gurrende Stimme hinzu. Sie bringt engelhaftes Licht in die Dunkelheit und hält das Lied davon ab, dass es sich völlig im Schattenreich verliert.

Im Gegensatz zu den anderen federleichten Cocteau Twins Platten, deren Musik zu schweben scheint und den Hörer nach oben Richtung Himmel trägt, zieht dieses ernste und gewichtige Album nach unten auf die Erde. Vielleicht sogar zur Hölle hin. Wie auch einige andere Meisterwerke des cold wave (Joy Division’s Closer, New Order’s Movement, The Cure’s Faith, The Birthday Party’s Junkyard) hat dieses Album einen Titel aus einem Wort, das allerdings weniger abstrakt bzw. schmuckvoller daherkommt: Garlands (Girlanden).

Nachdem ich am Wochenende mal alle knapp hundert Cocteau Twins Lieder außerhalb des Albumkontexts durch- bzw. angehört habe, kam ich übrigens zu dem überraschenden Ergebnis, dass ich Garlands (7/8 Stücke, die ich mag) Heaven or Las Vegas (8/10) vorziehe. Noch erstaunlicher war allerdings, dass diese beiden noch von dem vorletzten, recht poppigen Four-Calendar Café (9/10) übertroffen wurden. Ich bin halt doch sehr simpel gestrickt wie ein guter Kumpel sagen würde.

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April 20, 2009

Talking of coincidence. A colleague introduced me to two bands today which I had hardly heard of. At the same time somebody revives an old I Love Music thread: Taking Sides: Moloko vs Morcheeba. It’s got to be Moloko, I suppose. Just have a look at them live, what a groove, what a performance.

Umfrage, die erste

April 20, 2009

(via)

time flies

April 19, 2009

Das Konzert der Go-Betweens vom 9.5.2003 in Darmstadt in seiner vollen Pracht. Das ist schon wieder fast sechs Jahre her. Ich sehe Robert Forster noch vor mir wie er am Schluss zu dem nicht enden wollenden The Farmhouse that Jack Kerouac Built so ausgelassen tanzt, dass er nahezu vom Hallenboden abhebt. Those were the times.

Psychedelic Furs – Mr Jones

April 15, 2009

I had forgotten about this great song (yootoob). What a nasty and energetic riff. Exactly the right kind of music to start a day. It would kick a dead out of bed. But I tell you in advance: you won’t get the melody out of your head for the whole day long.

and i don’t even know if i like his music

April 14, 2009

361 titles, 1 day, 1,89 GB. That’s more than 1% of all audio files on my hard disk.