Archive for Juni 2010

3:06 Galaxie 500 – Instrumental (1988)

Juni 29, 2010

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Ich weiß jetzt nicht so ganz was ich zu Galaxie 500 sagen soll. Indie Aficionados werden sie gut kennen, die meisten anderen wohl eher nicht. Ihr Mastermind war Dean Wareham, der gut zwei Wochen nach mir geboren ist, allerdings auf der anderen Seite der Erdkugel, in Wellington, Neuseeland. Nach einem Aufenthalt in Sydney kam er mit 14 nach New York. In Harvard hat er dann ein Sozialwissenschaftsstudium mit einem B.A. abgeschlossen. Wieso schreib ich das jetzt alles aus der Wikipedia ab? Vielleicht weil es ein bisschen seine Musik erklären kann bzw. seinen Sound, den er mit Galaxie 500 entwickelte und dann später mit Luna perfektionierte, wo dann noch der Feelies-Drummer mitmachte und jemand von den neuseeländischen Chills. Wie man an alldem sieht, ist Wareham ein Globetrotter mit intellektuellem Touch und seine sehr ruhige Musik, die man als Gitarren-Dreampop bezeichnen könnte, strahlt etwas Universales, Allumfassendes aus, das mich von der Sekunde an, wo ich ihn das erste Mal gehört habe, sofort angesprochen hat. Ein Instrumental passt besonders gut zu ihm, da seine Stimme eher schwach und unscheinbar ist und meist im Hintergrund eingesetzt wird, meines Erachtens sogar fast schon etwas nervt und vom eigentlichen Sound ablenkt, den man als traumtänzerisch bezeichnen könnte. Ich mach jetzt Schluss mit dem Gelaber und wünsche allen eine gute, erholsame Sommernacht, möge diese gesanglose Wiegenmusik dem Einschlummern förderlich sein.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 149 Songs ist hier.)

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3:07 Wilco – Heavy Metal Drummer (2002)

Juni 29, 2010
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I miss the innocence I’ve known
Playing Kiss covers, beautiful and stoned

Bei diesem Lied denke ich immer an
– das Video mit Jeff Tweedy und dem kleinen Jungen im Wagen, die beide mit den Händen auf den Schenkeln trommeln
– einen Ex-Kollegen, der wahrscheinlich der größte Kiss-Fan in Berlin ist, zumindest in Berlin-Moabit. Hi there, S.
Destroyer, meine erste Langspielplatte, die ich vor ziemlich exakt 24 34! Jahren zu meinem 13. Geburtstag gekriegt habe.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 148 Songs ist hier.)

3:08 UB40 – Present Arms in Dub (1981)

Juni 27, 2010

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Bei dem Supersonnenwetter scheint mir dieses Reggae-Echomonster genau die richtige Mucke zum Runterchillen zu sein. UB40 aus Birmingham nannten sich nach dem Formular zum Beantragen der Arbeitslosenhilfe (unemployment benefit form 40), welches sie nach diversen Hits in den Achtzigern dann später wohl kaum noch ausfüllen mussten. Großartig ist hier natürlich das fette Bläsermotiv, aber die diversen hin und her hallenden Töne und Geräusche geben dem Stück zusätzlich fast einen experimentiellen Charakter.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 147 Songs ist hier.)

3:09 Basia Bulat – Snakes and Ladders (2006)

Juni 26, 2010
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Don’t you know it’s bad luck
To stay in one place for too long?

Die Stimme von Basia Bulat erinnert mich unglaublich stark an diejenige von Tracy Chapman. Da scheint soviel Trauer, soviel harte Lebenserfahrung drin zu stecken, es ist jedes mal wie ein Stich ins Herz, wenn ich sie singen höre. Das Lied ist eine bittersüße Ballade, in der ein englisches Brettspiel mit dem Leben verglichen wird. Ich glaube, es geht darum, dass man auch mal was riskieren muss, wenn man weiterkommen will. Dass der erste Schritt hin auf einen Menschen, den man gerade kennengelernt hat, auch nicht ungefährlich ist. Man könnte ja zurückgewiesen werden. Und doch lohnt es sich auf jeden Fall, mal das zu tun, was nicht unbedingt von einem erwartet wird. Leben ohne Risiko ist wie Suppe ohne Salz. Vielleicht gesünder, aber wozu?

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 146 Songs ist hier.)

3:10 Buzzcocks – Harmony In My Head (1979)

Juni 25, 2010
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Vom Punk habe ich ja in der zweiten Hälfte der Siebziger kaum was mitbekommen. Ich war zwar von 1976-78 dreimal in Südengland im Sommer – Bournemouth, Margate, Marlow – aber auch schon diese Bewegung schien mehr ein Medienhype als real existierend gewesen zu sein. Erst später in den Achtzigern habe ich meine Lieblingspunkband entdeckt, die Buzzcocks. Sie hatten neben der englischen Schnoddrigkeit und den ohne Umschweife auf den Punkt kommenden Titeln (wie z.B. Orgasm Addict oder Just Lust) auch noch die Melodien dazu. Das heutige Lied kann man kaum als Punk bezeichnen, erstens ist es zu lang, dann zu langsam und es wird zudem sogar noch ein bisschen gejammt. Aber das macht alles absolut überhaupt nichts, denn dieser Titel hält alles, was er verspricht. Aus meinem Kopf geht der Ohrwurm heute jedenfalls nicht mehr so schnell raus.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 145 Songs ist hier.)

3:11 R.E.M. – Crazy (1989, cover)

Juni 25, 2010

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Es ist unglaublich, aber wahr. Der einzige Song unter dreiundneunzig, der etwas hervorsticht aus dem Mittelmaß der 191-Sekundenlieder auf meinem iPod ist erstens ein Cover und zweitens ein Cover von einem Song, dessen Originalversion ich vorgestern schon vorgestellt habe. Viel zu schreiben gibt es jetzt nicht mehr. R.E.M. halten sich schon fast sklavisch an das Vorbild, sie nehmen allerdings ein bisschen den Pepp raus, allein schon durch Michael Stipe’s Stimme. Das wäre jetzt nicht nett, wenn ich schreiben würde, dass dies ihr bestes Lied wäre, wenn es denn von ihnen wäre, aber das ist mir jetzt egal. Auch Blogs sind geduldig.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 144 Songs ist hier.)

3:12 Swell – Get High (1990)

Juni 24, 2010
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Aching to find where the tulips cry
on and on and on again
I still get high

Der erste Song auf dem ersten Album von Swell. Sozusagen der Einstieg in die Band. Es geht los mit rhythmisch schlagenden Glocken, dann kommt die leicht jaulende Gitarre. Und David Freel singt von anthropomorphen Tulpen. Wer würde da nicht an Holland denken und eine weibliche Pflanze, deren Konsum eine gewisse beruhigende und entspannende Wirkung entfalten kann. Das Lied ist immer noch genau so gut wie vor zwanzig Jahren. Ob David Freel heute noch high wird weiß ich nicht, zu gönnen wäre es ihm.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 143 Songs ist hier.)

3:13 Pylon – Crazy (1981)

Juni 23, 2010
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‚Cause your head’s shaking
‚Cause your arms are shaking
And your feet are shaking
‚Cause the earth is shaking

Sorry, ich bin etwas spät dran, gestern war ich mit ein paar Kollegen im Freiluftkino im Volkspark Friedrichshain (sehr empfehlenswerte Location), um den neuen Film von Jane Campion über den sehr jung gestorbenen Dichter John Keats und seine große Liebe zu sehen (nicht empfehlenswert, da sehr gekünstelt und langweilig). Im Kino hatten sie den süffigen Augustiner Edelstoff in den alten, dickbauchigen Halbliterflaschen, ich glaube, ich habe da eine halbe Pulle zu viel getrunken. Das gestrige Lied habe ich zuerst als Cover von R.E.M. auf der wunderbaren Sammelsurium-CD Dead Letter Office gehört. Im Original von Pylon, die wie R.E.M. aus Athens, Georgia stammen und diese wohl auch beeinflusst haben, ist es mindestens genauso fetzig. Gut als Partymusik geeignet, stimmt es mich schon auf das Wochenende in Luxemburg ein, wo wir voraussichtlich so einige, alte Bekannte treffen werden.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 142 Songs ist hier.)

3:14 Air Miami – Adidas My Ass (1994)

Juni 21, 2010
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I don’t care about your hair
I just care about the shoes you wear

So wahnsinnig viele neue, interessante Gitarrensounds nach dem von Johnny Marr gab es nicht, wenn ich mich recht erinnere. Einer der wenigen, der seine Gitarrensaiten auf eine ganz eigene Art und Weise zum Schwingen brachte, war Mark Robinson aus Washington, D.C., das sich eigentlich eher durch Hardcore einen Namen auf der Rockmusikweltkarte gemacht hat. Für mich hat das sehr flinke Gitarrenspiel hier einen lässigen, luftig-lockeren Klang, dazu fällt mir gerade diese Schokolade mit Luftlöchern ein, die es in den Achtzigern gab, sie war vom Kakaogehalt eher mau, aber sie war innovativ und musste unbedingt probiert werden. Das Beste an ihr waren die leeren Zwischenräume. Dies ist keine besonders gute Aufnahme, vor allem die Vocals am Anfang sind leicht verzerrt, aber es ist nur eine Democassette, auf der CD ein Jahr später war die Qualität besser, allerdings hörte sich das dann nicht mehr ganz so jungfräulich an. Was aber absolut in der Natur der Sache war.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 141 Songs ist hier.)

3:15 Les Négresses Vertes – L’Homme des Marais (1989, live 1996)

Juni 21, 2010
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N’aie pas peur sur ta route
Des barques echouées
Suis la senteur salée
Des longs roseaux mouillés

Musik, die in die Beine geht und trotzdem einen melancholischen Unterton hat. Stark vom algerischen Raï aber auch von anderen Volksmusiken aus dem südosteuropäischen Raum beeinflusst, hat das zum Großteil aus Straßenmusikern bestehende Kollektiv Les Négresses Vertes um 1990 eine Art Weltmusik voller Spielfreude mit u.a. Akkordeon, Posaune und Trompete gemacht. Ihr Sänger Helno starb 1993 an einer Überdosis, aber sie machten weiter. Der „Mann aus den Sümpfen“ war eines ihrer bekanntesten Lieder.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 140 Songs ist hier.)