2:09 The Smiths – Shakespeare’s Sister (1985)

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I thought that if you had
an acoustic guitar
then it meant that you were
a protest singer

Ich weiß nicht, ob hier noch irgendjemand liest, was ich über die Smiths zu sagen habe, aber egal. Jetzt ist das Dutzend jedenfalls voll und ich glaube, dass es eventuell dabei bleiben könnte. Am Sonntag abend im ICE-Sprinter von Frankfurt nach Berlin stand ich ca. zehn vor zehn auf dem Gang und war zum Ausstieg am neuen Hbf bereit, da sprang mein iPod zu diesem Lied und ich konnte nicht anders als in mich hinein- und herauslächeln, keine Ahnung, ob es die Mitreisenden gemerkt haben. Mit 2 Minuten 9 hatte ich bis dahin wirklich nur mittelmäßige Lieder gehört, dieses hier war so unglaublich viel mehr im Hier und Jetzt wie die anderen, dass es weh tat. Vom Tempo her unglaublich schnell für die Smiths, das klassische R&B-Riff hat Marr wohl zuerst in 19th Nervous Breakdown von den Stones gehört, wurde aber auch von Bo Diddley und Chuck Berry verwendet. Der Titel kommt von einem feministischen Text von Virginia Woolf, wo sie sich eine Schwester von Shakespeare vorstellt, die aber selbst, wenn sie literarisch ebenso begabt gewesen wäre wie ihr Bruder, wegen der bildungsmäßigen Benachteiligung der Frauen in der damaligen Zeit niemals den Durchbruch geschafft hätte. Morrissey macht daraus eine Person, die magisch von den Klippen angezogen wird und sich dazu zwingen muss, nicht runter zu springen – Virginia Woolf hat sich ertränkt – um ihre große Liebe zu treffen. Dieses Aufsaugen diverser literarischer und musikalischer Einflüsse und das Verschmelzen zu etwas einzigartig Neuem hat das Genie der Smiths ausgemacht. Sicher spielt für meine besondere Beziehung zu dieser Band auch eine große Rolle, dass ich sie für mich selbst entdeckt habe und abends in den Discos darum betteln musste, dass sie dort etwas von ihnen auflegten. Ich glaube in den kompletten Achtzigern habe ich kein einziges Lied der Smiths im Radio gehört (p.s. kann eigentlich nicht sein, ich erinner mich jetzt an eine Sendung über und mit Morrissey im Österreichischen Rundfunk). Für mich war damals sofort klar, dass diese Band die Beatles meiner Generation waren, nur viel viel besser weil jünger und dynamischer und smarter und weil sie die besseren Melodien hatten.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 206 Stücke ist hier.)

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