Archive for November 2010

1:11 Bill Evans – My Heart Stood Still (1964, Rodgers 1927)

November 30, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYzE3YzY4N2MtMzk0Ny00NmY4LThiZGEtNDYwYzM4NGYwOTA4&export=download&hl=de
Wie kann es sein, dass dieser Jazz-Standard aus dem Musical A Connecticut Yankee (1927) in dieser Fassung so kurz ist? Ganz einfach, er wird hier dreimal gespielt! Allerdings kein einziges Mal bis zum Ende! Das Herz des vom Trio aus Bill Evans am Klavier, Gary Peacock am Bass und Paul Motian an den Drums gespielten Stücks bleibt dreimal stehen. Warum, wieso, weshalb leuchtet mir nicht so wirklich ein. Zumindest nicht bei Take 3 und bei Take 1 eigentlich auch kaum. Irgendetwas war nicht so, wie es hätte sein sollen. Es gibt wohl nur wenige Musiker, die auf so hohem Niveau scheitern wie Bill Evans und seine Mitspieler.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 264 Stücke ist hier.)

1:12 Mittagspause – Innenstadtfront (1979)

November 29, 2010
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JOWM0N2YzNjItYWEwYS00YzNjLTgzYWUtZDYzNWNiMWIyNmE1&export=download&hl=de

Panik in Grafenberg,
stahl ein Irrer den grünen Gartenzwerg.

Ein weiterer Beweis dafür, dass das spießige Düsseldorf Ende der Siebziger die Punk- und damit die Musikhauptstadt Deutschlands war. Und natürlich auch ein Beispiel für das physikalische Gesetz von Kraft und Gegenkraft im soziologischen Kontext. Wer singt hier bloß, den kenn ich doch? Es ist der Mann von Rank Xerox, der dann später die falsche Farbgebung in einen Bandnamen verdichtet hat. Ja, es ist Peter Hein von den Fehlfarben, der hier noch etwas rotziger singt – man könnte auch sagen shoutet – als später zu seinen Glanzzeiten. Den Sinn für humorige, prägnante Liedertexte nah am Zeitgeist hat er auch in diesem frühen Stadium schon gehabt. Ich glaube, die Fehlfarben touren gerade mal wieder, sie sind bestimmt immer noch ziemlich gut. Mittagspause war übrigens so etwas wie eine Mischung aus Nukleus und Supergroup der damaligen Punk-/NDW-Szene. Bis Ende 1978 war Gabi Delgado-Lopez (später DAF) als zweiter Sänger mit von der Partie. Ab Anfang 1979 war Thomas Schwebel (Ex-S.Y.P.H., Solinger Band, später auch in den Fehlfarben) als Gitarrist mit an Bord. Das Stakkatohafte und Monotone dieses kurzen Stücks war übrigens typisch für Mittagspause, die keinen Bassisten hatten, und nimmt den roboterhaften DAF-Sound zu einem guten Teil vorweg.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 263 Stücke ist hier.)

1:13 Ramones – Judy Is a Punk (live, 1979)

November 29, 2010
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JMjJiZDIzNzAtZDgxMC00ZGIzLWEyZDUtMGViNDBjNmQzODdk&export=download&hl=de

Jackie is a punk
Judy is a runt
They both went down to Berlin, joined the Ice Capades

Beim Gehen gedacht
Dieser Weg ist mein Meister
Er hat kein Ende

(So., 28.11. Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 262 Stücke ist hier.)

1:14 Black Dice – Island (2004)

November 28, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JMTM3N2ExYTMtMTIxZC00ZTQ4LWJiOTMtYTAwODk5NjA0Njg5&export=download&hl=de
Konkret plus abstrakt
Interessanter Cocktail
In Brooklyn gemixt

(Sa., 27.11. Die Liste aller seit 1. Februar ausgewählten 261 Stücke ist hier.)

1:15 Atomic Death Circle – Returning to Port (200?)

November 28, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JNjI5ZGVjYWMtOTM1ZC00Mjk3LWE3YjYtYmMxNDQyN2I5YTc5&export=download&hl=de
Ist das ein Walzer?
Mir ist grad nicht nach Tanzen
Vom Netz abgekappt

(Fr., 26.11. Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 260 Stücke ist hier.)

1:16 fennesz – gr_500 (1997)

November 28, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYzFlMDA4NmItMWRjNC00M2Y1LWI3OTctOTJkOTllZjk4NzQz&export=download&hl=de
Geräusche aus Wien
Über den Prater wabernd
Austro-Elektro

(Do., 25.11. Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 259 Stücke ist hier.)

1:17 Jonathan Richman – Egyptian Reggae (1977, live Central Park, 2000)

November 24, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JMWZmNGMxMWEtYTU3Yy00MGEwLTljNzgtYmZiZmU4Nzk0ZTZk&export=download&hl=de
Winter has arrived in Berlin today. On the way to work – I walk about a mile up the Motzstraße to catch the subway at the Nollendorfplatz – it was raining a mixture of rain and snow. On the way back finally it snowed snow and the temperature was below zero degrees Celsius as I could scratch the ice from the windshield of my car at home. When this instrumental came up on my iPod I could not refrain from dancing, it is such a fun to bounce up and down to this easy-going tune full of good vibrations.

(The list of all selected tracks since February, 1st is here.)

1:18 Yo La Tengo – Too Much Pt. 1 (1996)

November 23, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JMTM2ODE5ZDEtYTM3MS00YjZmLTk1MGEtZDRlZDc3NjE5NDg5&export=download&hl=de
Wie das hier eigentlich weiter gehen soll mit dem Musik-Countdown wurde ich heute von einem treuen Leser gefragt. Ursprünglich wollte ich ja bei dreißig Sekunden aufhören, da es danach ein bisschen lächerlich wird. Aber ich hab es mir anders überlegt. Ich mache so lange weiter bis mir die Musikstücke ausgehen. Sollte ich also mit z.B. 45 Sekunden nichts auf der Festplatte meines Rechners finden, so ist Schluss. Ansonsten geht es bis runter auf eine Sekunde, vorausgesetzt ich habe für jede Sekundenlänge mindestens einen Track. Momentan habe ich so zwischen zehn und zwanzig Stücke pro Tag, es sieht so aus als ginge das noch eine Weile gut. Die Einminutenmarke werden wir voraussichtlich locker unterschreiten, spätestens unter dreißig Sekunden wird es dann eng.

Im Moment behagt mir übrigens sehr, dass ich endlich mal die Zeit habe alle Stücke von Anfang bis Ende durchzuhören. Die Kürze der Songs führt eben gerade nicht zu einer stressigen Beschleunigung sondern im Gegenteil zu einer beruhigenden Verlangsamung. Dadurch, dass ich nicht mehr skippen muss und alles bis zum Ende anhören kann, ist die Auswahl möglicherweise auch fairer, vielleicht sogar objektiver, jedenfalls kann ein mieser Start eventuell noch ausgebügelt werden, da ich in dem Fall ja noch nicht weiterspringe.

Heute mal wieder etwas von einer meiner Lieblingsbands und zwar von der sehr schönen Doppel-CD Genius + Love = Yo La Tengo, deren zweite Scheibe nur aus Instrumentals besteht, wovon einige Covers und einige selbstkomponiert bzw. improvisiert sind. Dieses Gitarrenfeedbackstück lässt an die wildesten Krautrockzeiten denken und erinnert mich an das erste, phantastische Konzert von Yo La Tengo, dem ich beigewohnt habe, an einem warmen Sommerabend 1997 im Knaack Klub, der ja jetzt leider schließen musste. Damals haben sie wirklich alles gegeben, vor allem Ira an der Gitarre gebärdete sich wie ein reinkarnierter Hendrix und sein und mein Schweiß schien gemeinsam von den Decken des Klubs herunterzulaufen. A propos, war eigentlich jemand meiner Leser bei der Geburtstagsparty zum Zwanzigsten von City Slang im Admiralspalast am Sonntag?

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 257 Stücke ist hier.)

1:19 Boards of Canada – Rodox Video (1996)

November 22, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZjdkNzkzYzktNzJkNy00NzQ1LWIwZDQtNDBlNGUwODFkYmU0&export=download&hl=de
Ich hätte nichts dagegen, wenn es jetzt hier nur noch – immer schön alternierend – mit den Boards of Canada und Neil Young weitergehen würde, und ihr? Was soll ich sagen, BoC haben es einfach drauf, Musik zu machen, die mich da abholt, wo ich gerade bin (hahaha!). Nee, mal ganz ehrlich, im Grunde höre ich ja Musik außer zur Entspannung vor allem für den Kick, und zwar in dem Sinne, dass die Musik mich am Schlawickel packt, die Erde quasi in dem Moment, wo ich sie höre, zum Stillstand bringt, jedes noch so intensive Gespräch in ein Hintergrundrauschen verwandelt, mich wie ein Reh im Scheinwerferlicht völlig lähmt und fixiert; die beste Musik ist eigentlich immer die, die mich in eine Schlange verwandelt, die ihr blind gehorcht, die vom Flötenspiel beschworen wird.

BoC berühren mich unglaublich stark, ganz tief innen, da wo die Erinnerung an meine frühe Kindheit gespeichert ist. Da ist ganz viel Unschuld drin und ein Versprechen auf die Zukunft und etwas sehr Weiches, Zartes; ich glaube, man nennt es auch Liebe.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 256 Stücke ist hier.)

P.S. Sorry, aber auf meinem Netbook-Computerlautsprecher hört sich das hier übrigens im Vergleich zum iPod ganz, ganz beschissen an.

1:20 Neil Young – Till the Morning Comes (1970)

November 21, 2010
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JNTVjOGRlYzQtZjM1Ni00YzE4LTg5MWQtZWNmYTZmNGUxNDEz&export=download&hl=de

I’m gonna give you till the morning comes
Till the morning comes, till the morning comes.
I’m only waiting till the morning comes
Till the morning comes, till the morning comes.

Wenn man abends um zehn anfängt, dieses Lied zu singen und morgens um sechs damit aufhört, dann hat man es insgesamt dreihundertsechszigmal gesungen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 255 Stücke ist hier.)