1:33 Les Négresses Vertes – La Valse (1988)

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Es gibt einige, ganz wenige Musikstücke, von denen ich nicht genug kriegen kann, nach denen ich süchtig bin. Insgesamt vielleicht eine Handvoll. Das kurze Instrumental La Valse, das das Debütalbum Mlah der Négresses Vertes einleitet, gehört hierzu. Ich habe es das erste Mal – glaube ich zumindest, vielleicht war es auch das zweite oder dritte Mal – in Luxemburg-Limpertsberg gehört. Wir waren zu viert – ein Niederländer, ein Belgier, ein Grieche und ich – und hatten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon vorher das eine oder andere Gläschen gesüffelt. Dann gingen wir in das Studio des Niederländers und setzten den feuchtfröhlichen Abend fort und ich legte die o.g. CD in den Schacht des CD-Spielers. Und was soll ich sagen, als das Stückchen zu Ende war, griff ich mir die Fernbedienung, sprang wieder an den Anfang zurück und spielte es erneut ab. Usw. Ich weiß jetzt nicht mehr wie oft ich das gemacht habe, bestimmt dreißig oder vierzig Mal, die anderen waren so in ihre Gespräche vertieft bzw. schon so angeheitert, dass sie es gar nicht gemerkt haben, zumindest haben sie sich nichts anmerken lassen. Ich glaube nicht, zumindest erinnere ich es nicht, dass wir den Rest der CD an dem Abend gehört haben. Mir hat dieses eine Stück auch vollkommen gereicht. Die nachfolgenden Songs hätten dieses Level sowieso niemals halten können.

Was mich hier so unglaublich anzieht, ist natürlich die traurige Weise, die für mich eine regnerische Stadt evoziert, auch gerade weil sie vom Akkordeon gespielt wird, kann es eigentlich nur Paris sein. Die Kombination von melancholischer Melodie und kreisendem Tanz gibt dem Ganzen noch einen zusätzlichen Tiefgang. Eine Traurigkeit, die sich immer wieder um sich selbst dreht, das ist auch eine Art von Sucht, die dann schließlich zur Depression werden kann. Komischerweise tut mir die permanente Wiederholung des Stückes allerdings eher gut, es hat zwar etwas von einem Suhlen in seinem eigenen Weltschmerz aber hinterher fühle ich mich eigentlich immer besser oder genauer erhabener.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 242 Stücke ist hier.)

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