Archive for Dezember 2010

0:50 Thought Criminals – Episode (1977-81)

Dezember 21, 2010

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Ein kurzer Punksong von einer australischen Band soll mein Weihnachtsgruß sein. Lasst es euch allen gut gehen, esst viel, trinkt viel, genießt den Schnee und ganz wichtig vergesst nicht, gute Musik zu hören!

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 285 Stücke ist hier).

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0:51 Curtis Mayfield – Rap (1971)

Dezember 20, 2010

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Unglaublich, ich habe bis jetzt noch keinen Song von Curtis Mayfield ausgewählt (ich glaube, überhaupt noch keinen Soul). Das geht natürlich überhaupt nicht. Wobei diese paar Sekunden, wo er ein bisschen live vor sich hin rappt natürlich absolut nicht ausreichen, aber allein schon, wenn ich seine Stimme höre, dann geht zwischen meinen Ohren die Sonne auf. Auf dass es uns jetzt allen von innen ein ganz wenig wärmer wird, in diesem sehr winterlichen deutschen Winter.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 284 Stücke ist hier.)

0:52 Faust – Untitled (1973)

Dezember 19, 2010

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Die 1973 auf Virgin erschienen Faust Tapes haben Faust in Großbritannien bekannt gemacht, das Album wurde damals zum Preis einer Single, also 49p, verscherbelt. Die Auflage erreichte angeblich (bis heute?) 100.000. 15 der 26 Tracks auf dem CD-Rerelease haben keinen Titel (auf der LP waren gar keine Titel angegeben). Hieran sieht man schon, dass die Stücke auf dieser Platte eigentlich nicht für eine Veröffentlichung gedacht waren. Heutzutage wird das Album allerdings als eines der wichtigsten der Band angesehen, es hört sich an wie direkt aus dem Probenraum, recht sperrig und improvisiert. C. hat dieses Klavierstück ausgewählt (ich hätte einen Hardcoresong von den Angry Samoans bevorzugt). Der Pianoton bebt und zittert so seltsam; da wurde wohl kräftig mit dem Hall nachgeholfen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 283 Stücke ist hier)

0:53 Johann Sebastian Bach – Invention 2 c-moll BWV 773 (1723, Stadtfeld 2004)

Dezember 18, 2010

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Keine Lautensuite, keine Goldberg-Variation, nichts aus einer Passion, mal was anderes von Jo Seb. Martin Stadtfeld, den zeitgenössischen Pianisten, hatte ich auch noch nicht. Hier spielt er in einem unglaublichen Tempo sehr virtuos eine kurze Invention. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass er sich doch jetzt bitteschön mal ein bisschen vergreift, eine minimale Dissonanz erzeugt – bei Gould in der ersten Einspielung der Gouldberg-Variationen gibt es mindestens eine unsaubere Stelle – aber nichts dergleichen passiert, alles fehlerfrei. Perfektion muss auch mal sein.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 282 Stücke ist hier)

0:54 Boards of Canada – Paul Russell’s Piece (1996)

Dezember 17, 2010

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Tanzmusik für den Freitag abend. Die Boards of Canada haben am Anfang ihrer Karriere offensichtlich auch eher rhythmisch orientierte Synthie-Musik der eher simplen Strickart gemacht. Die Basslinie hier ist ganz schön fett. Dies hört sich sehr nach einem Track an, den man schon mal irgendwo gehört hat. Auch außerhalb von Clubs.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 281 Stücke ist hier)

0:55 Maher Shalal Hash Baz – Firing Results (2003)

Dezember 16, 2010

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Wieder slow motion, wieder sehr gut passend zum Schnee, der heute abend wieder auf Berlin hinabfiel, sehr trocken und pulvrig, für übermütig-spaßige Aktionen wie Schneeballschlachten völlig ungeeignet. Es war Wichteln mit den Kollegen angesagt und zwar in einem alpenländischen Restaurant in Kreuzberg. Wir hatten eigentlich die Vorgabe von fünf Euro pro Geschenk gehabt aber ich war, glaube ich, der Einzige, der dieses Limit eingehalten hat. Dementsprechend verhalten fiel dann auch die Reaktion der Beschenkten aus. Blöde Ausrede, ich weiß auch mit zehn oder zwanzig Euronen wäre mir das Geschenkkaufen kein bisschen leichter gefallen, eher schwerer da die Auswahl tendenziell größer wird. War auf jeden Fall ein netter Abend und wir stapften dann noch in trauter Eintracht durch den Schnee zur U-Bahnstation Gneisenaustraße, die Mädels fuhren alle nach Osten, die Jungens gen Westen. In diesem Moment setzt die obige wehmütige Weise an. Die Melodie erst von einem höheren Blasinstrument (Klarinette?) dann von einem tieferen (Tuba?) und schlussendlich von einem Saiteninstrument, wohl einer Gitarre gespielt. Janz schee traurisch.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 280 Stücke ist hier)

0:56 Yo La Tengo – Cell Phone (2001)

Dezember 15, 2010

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Das ist die Musik zu diesem Winter. Die Geräusche sind durch die frische Schneeschicht gedämpft, der Auftritt der Füße auf den Boden ist weniger hart. Und wenn man dann zuhause ankommt im Warmen, ist das Licht gedimmt und es macht sich eine wohlige Wärme breit in einem nachdem man seinen Minztee geschlürft hat. Das Wort cosy wurde für dieses Setting erfunden.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 279 Stücke ist hier.)

0:57 My Bloody Valentine – Touched (1991)

Dezember 14, 2010

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Das bei weitem nicht stärkste Stück – eher das schwächste, aber dafür das kürzeste – auf dem immer noch phantastischen Loveless – ich höre gerade den Remaster von 2008 auf den sauguten Bose-Ohrhörern (Bessere kenn ich nicht, die Sennheiser hatten keinen Schnitt, die Koss reichten auch nicht ganz heran) – ist aber locker numero uno in der Siebenundfünfzigsekundenklasse. Es ist ein Intermezzotrack, im Sandwich zwischen zwei genialen Songs, dem dichten, ätherischen Ohrwurm Loomer und dem verzerrten, stark leiernden To Here Knows When, ein bisschen wie eine Filmmusik zum Luftholen in der Pause, wobei der Anfang natürlich schon sehr nach Staubsauger im Rückwärtsgang klingt. Neben dem letzten Stück, der Tanznummer Soon, das einzige Instrumental auf der CD. A propos, im Wikipediaeintrag steht etwas davon wie viel Mühe und Zeit auf die Lyrics von Loveless verwendet wurde. Bis vor nicht so langer Zeit hatte ich eigentlich immer gedacht, sie würden Lautmalereien auf dem Album singen. Diesen Kurztrack hat übrigens der Drummer mit dem sagenhaften Namen Colm Ó Cíosóig komponiert. Vielleicht wäre es ja der richtige Weg aus der Krise für Irland, sich wieder auf seine musikalischen Qualitäten zu besinnen und die Banken einfach mal geschlossen zu lassen. Und wir könnten ja alle mal wieder aus Solidarität in den irischen Pub im Ort gehen, die Wirte überweisen doch bestimmt was in das gebeutelte Mutterland in diesen schwierigen Zeiten, oder?

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 278 Stücke ist hier.)

0:58 Kluster – 3 (1971)

Dezember 13, 2010

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Keine leichte Wahl heute, kein Track, der mich angesprungen hat und dem ich nicht widerstehen konnte. In solchen Fällem höre ich die On the Go-Liste, das ist sozusagen die Shortlist, die ich nach einmal Durchhören der Longlist, die aus allen Tracks mit mindestens 3 Sternen (bzw. unbewertet) mit der Tageslänge besteht, zusammengestellt habe. Und zwar so lange bis nur noch ein Stück übrig bleibt. Drei Sachen setzten sich auf der Shortlist ab, ein gesungenes Lied der britischen (eigentlich schottischen) Folkgitarrenlegende Bert Jansch, ein impressionistisches Instrumental von Mick Turner, dem Gitarristen der australischen Dirty Three und dieses kleine Stücklein. Da keiner der drei Wettbewerber sich beim zweiten Hören durchsetzen konnte, stieg die Chance für das unkonventionellste Musikstück, das ich dann auch wählte. Auf englisch würde ich sagen, das ist something to chew on, etwas zum drauf herum beißen. Kluster (deutsch gesprochen) waren zu dieser frühen Zeit ein Trio aus Schnitzler, Moebius und Roedelius (von dem hatte ich schon was) und machten experimentielle Musik. Dies hier hört sich an wie eine sphärische Soundinstallation, es werden verschiedene Instrumente (insbes. eine schilfig klingende Flöte ragt hervor) gespielt, verschiedene Töne erzeugt aber so etwas wie Harmonie oder Melodie gibt es nicht. Die unterschiedlichen Sounds klingen nicht wirklich zusammen, jeder ist ein Individuum, von den anderen fast unendlich weit entfernt wie diverse Fixsterne in mehreren Galaxien.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 277 Stücke ist hier.)

0:59 Captain Beefheart – Flavor Bud Living (1980)

Dezember 12, 2010
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Die Zeit verrinnt unaufhaltsam. Die letzte Minute ist angebrochen. Was wird danach kommen? Ich glaube, ich weiß es. Die meisten Religionen behandeln dieses Thema übrigens ähnlich.

Das ist jetzt nicht unbedingt ein typisches Stück von Captain Beefheart aber es ist auf jeden Fall sehr eigen. Wenn man es weiß, dann kann man sich vorstellen, dass der Delta Blues hier die Basis bildet. Auch die Improvisation spielt eine ganz wichtige Rolle. Don van Vliet, ein Oddball der Rockmusik, ohne den sie sehr viel ärmer wäre.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 276 Stücke ist hier.)