Archive for the ‘2010s’ Category

Johnny Marr & mates do an old Smiths classic & they do it well

Mai 16, 2013

embedding doesn’t work so it’s just a link

Push the Sky Away

Februar 18, 2013

heißt das neue Album von Nick Cave und seinen Black Bad Seeds. Ich war nie ein großer Fan von seinem Shtick, seinem dunkel-düsteren Sprechgesang, seinen ominösen Predigten vom Makabren und Morbiden auf Erden im alttestamentarischen Duktus. Meine einzige Platte von ihm war die Doppel-EP Your Funeral, My Trial. Sie hatte den Charme eines Todeskusses vom Sensenmann himself und passte ganz gut zu meiner Stimmung in der ersten Hälfte des Studiums in München. No Future from the other side of the world. Natürlich habe ich ihn im Himmel über Berlin in der zweiten Hälfte der Achtziger gesehen, da machte er in einem Berliner Club einen Höllenlärm mit den Bad Seeds. Das neue Album ist anders, es ist sehr ruhig, sehr sparsam instrumentiert, sehr gut abgehangen. Im Zentrum des Songzyklus steht Jubilee Street, eine Mordballade aus dem Rotlichtmilieu. Neben der das Motiv spielenden, sich scheinbar langsam beschleunigenden E-Gitarre und dem schleppenden Schlagwerkrhythmus hört man einen Streicherteppich und eine einzelne Viola, die im Stile von John Cale in seinen besten Velvet Underground-Zeiten im Hintergrund schöne Dissonanzen beiträgt. Das steigert sich dann sukzessive, ein amorpher Frauenchor kommt noch hinzu und kurz vor dem Klimax, der in eine Kakophonie münden will, fadet der Song aus. Eine Offenbarung und wahrscheinlich sein bestes Lied seit The Mercy Seat.

Kein Warten mehr auf Godot

Februar 3, 2013


My Bloody Valentine haben nach über 20 Jahren endlich das seit Ewigkeiten erwartete Nachfolgealbum von Loveless veröffentlicht. Es klingt jetzt alles in allem nicht wie der ganz große Wurf, aber immerhin gibt es Songs wie Only Tomorrow, die da anknüpfen wo sie 1991 aufgehört hatten. Da wird ein dichter Klangteppich aus verzerrtem Gitarrenkrach gewebt, der in eine überirdisch schöne Melodie mutiert. In diesem Stück gehen Dream Pop und Heavy Metal eine Hochzeit im Himmel ein, das gewaltige, massive, bedrohliche Gitarrenriff verliert durch das Vibrato und das Feedback all seine Schwere und löst sich sozusagen in Luft auf. Das haben sie 1991 auch schon hingekriegt, aber es tut gut, zu hören, dass sie es immer noch können.

P.S. Der von mir gestartete I Love Music Thread zum Lied hebt auch so langsam ab…

Jessie Ware – If You’re Never Gonna Move

Januar 24, 2013


I listened to and watched this for the first time this morning just past 5 o’clock and I totally fell in love with the singer, her voice, the tune, the video, even the car she drives away with at the end (not the guy though). The song and video are both kitschy in a romantic kind of way, her mellifluous whisper is sexy and clean at the same time, there is so much wrong about this song and especially about the video but they both still work for me.

Low 2013

Januar 9, 2013

Low, the best band from Duluth, Minnesota and already for quite a while my favourite live band (they will play the Zoom Club in Frankfurt/M. on May, 10th) have a new album out on March, 19th. It’s called The Invisible Way (produced by Jeff Tweedy, Dave Fridmann and Steve Albini among others) and the first song they put online is rather promising. It has this typical warm and soothing Low sound, rich vocal harmonies by Mimi and a melody which makes my heart melt. How do they succeed in making still such inspired music which is so simple and straight but has this strong spiritual feeling? I think one of their secrets is the slowness. Not only of the music itself but also of their releasing speed. In twenty years they have put out just ten albums. Not one too many. The song is called Just Make it Stop and can be streamed or downloaded here. Plastic Cup, a great duet of Alan and Mimi with acoustic guitar and piano can be streamed here (there is a small audio ad before).

Allah-Las – Tell Me What’s on Your Mind

Dezember 20, 2012


Früher hätte man hierzu Revival gesagt, heute sagt man Retro.
Die Allah-Las – was für ein dämlicher Name, da war ja Shangri-Las noch origineller – kommen aus California, sind angeblich Surfer und haben es drauf einen Sechzigerjahrepsychedelikguitarpop zu spielen wie wenige andere. Entfernt erinnert mich das an Green On Red und Dream Syndicate und den sehr amerikanisch-folkigen und ziemlich abgedrehten Paisley Underground vor knapp dreißig Jahren, aber wahrscheinlich sind die Kinks, die Troggs, die Thirteen Floor Elevators und diverse psychedelische 60er Jahre-Garagenbands, die man auf dem Nuggets-Sampler fnden kann näher an dieser Musik. Was ich doch sehr verblüffend finde ist, dass nahezu alle Lieder auf ihrem Album Eigenkompositionen sind, die so klingen als hätte man sie schon mal gehört. Und wie dieses lässige Album so dahinfließt, das ist schon ganz großes Ohrenkino. Von dem ganzen Retrogedudel (gab es eigentlich was anderes, wirklich Neues dieses Jahr?), das 2012 rausgehauen wurde, so ziemlich das Anhörenswerteste.

Dinosaur Jr. – Watch the Corners

Dezember 10, 2012


Wer hätte gedacht, dass Dinosaur Jr. nochmal ein Stück veröffentlichen würden, dass Freak Scene (von vor über 20 Jahren) toppen würde? Sie haben es gemacht, der zottelige Oberdinosaurier singt cool in seine Zottelmähne hinein wie immer, malträtiert die Gitarre wie immer, aber so, dass aus dem Feedback unglaubliche, oberirdische Melodien hervorspringen. Das helle Licht in diesem krachigen Song, ich glaube man muss schon Amerikaner sein, um so verdammt positiv zu klingen. Das neue Album hält dann das Versprechen dieses phantastischen Gitarrenorkans leider nicht. Aber ein gutes Lied von jemandem, den man schon seit sehr langer Zeit abgeschrieben hatte, das ist doch auch schon was.

Low im Lido, Berlin, 30.5.2011

März 5, 2012

Hier ein paar Sätze, die ich zu meinem letztjährigen Lieblingskonzert notiert hatte:

Gehe dann ins Lowkonzert im Lido (U-Bahn Schlesisches Tor). Am Anfang ist es sehr leer, der Saal füllt sich langsam. Die Vorgruppe ist irgendwo in Indien hängengeblieben, daher fängt Low schon so gegen 10 Uhr an. Es ist sehr warm, mir rinnen Schweißbäche die Wangen runter. Low sind zu viert, außer Alan, Mimi und dem Bassisten noch ein zotteliger Keyboarder mit trendiger Sonnenbrille. Sie schaffen es sofort wieder diese spirituelle Stimmung zu erzeugen. Mich wundert allerdings, dass das Publikum sich fast gar nicht bewegt. Ich komme mir vor als wäre ich der einzige, der auf der Stelle und mit dem Kopf tanzt. In einem Lied singen sie vom Retten der Welt – „to save the world“ – und ich möchte immer hören “to say the word”. Als würde es ausreichen mit einem Wort, die Welt zu retten, ein magisches Wort und alles wird gut. Irgendwann fragt jemand, ob wir uns was wünschen dürfen – wie putzig diese Höflichkeit und ehrfürchtige Zurückhaltung des Publikums – ich rufe Transmission aber Alan hört es nicht. Das Mädchen vor mir dreht sich nach mir um, im Grunde habe ich es nur wegen ihr gerufen. Ich habe mich unsterblich in sie verliebt, sie ist mittelgroß. Sie ist der Jean Seberg-Typ, kurze Haare, Haare irgendwie blond, aber nicht zu blond.

tindersticks – the something rain

Februar 29, 2012

das album des monats, eine band, die ich ganz am anfang, ich glaube es war 1993, heiß und innig geliebt habe – allein schon dieses tolle cover mit der tänzerin im roten ballkleid – und nach drei alben aus den augen verloren habe. sie haben sich nach dem wahnsinnsdebüt, das die achtzig cd-minuten fast vollständig auf eine perfekte weise – da war keine sekunde zu viel – ausgenutzt hat, fast nur noch wiederholt, stuart staples hat seine rauchige whiskystimme zu streichern und getragenen nachtballaden erklingen lassen. jetzt sind sie wieder da, seine stimme nicht mehr ganz so versoffen, die musik luftiger und rhythmischer und minimalistischer. nicht so viel arrangement, mehr coolness. das lässigere, jazzigere element kommt auch durch das saxophon, dass die geigen ersetzt hat. der titel macht mich etwas perplex, hört sich nicht sehr muttersprachlich an. egal, hauptsache die musik sitzt.

p.s. sehe gerade, dass sie nächste woche mittwoch und donnerstag in der volksbühne spielen. ob sie die wirklich gleich zweimal hintereinander vollmachen? ich glaube, ich gehe am donnerstag, hat wer lust mitzukommen? nicht die größte liveband der erde, dafür ist die musik etwas zu langsam, aber irgendwie habe ich jetzt mal wieder lust auf die.

I Love Music Album Poll 2011

Februar 3, 2012

ILM 2011 poll