Archive for the ‘film’ Category

amour

September 4, 2012

von haneke gestern als omu in frankfurt gesehen. kaum erträglich. die szenen sehr langsam, meistens ohne schnitt, zäh. es geht ums altern, oder präziser ums verrecken. das ende kommt fast als erlösung, wobei mich der moment schockiert hat. einer der letzten glücklichen weil innehaltenden augenblicke, er erzählt ihr eine geschichte aus der kindheit, sie hört mit dem schreien auf und scheint ganz ohr. und dann nimmt er das kissen und … der schluss des films dann wirklich nervig, wo er versucht, die taube zu fangen und darüber ins an sie gerichtete tagebuch schreibt. insgesamt ein sehr realistischer film (der auftritt des pianisten alexandre tharaud, der sich selbst spielt, zu herzen gehend), dem man anmerkt, dass der regisseur sich mit der materie intensiv beschäftigt hat.

dreieinhalb sterne.

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Filme, die ich evtl. sehen möchte

Januar 17, 2012
  • Melancholia (OmU) ‎2Std 16Min‎‎ (Rollberg Kinos 21h15)
  • Der atmende Gott – Eine Reise zum Ursprung des modernen Yoga ‎1Std 44Min (Rollberg Kinos 19h)
  • Ziemlich beste Freunde (OmU) 1h52Min (Cinema Paris 18h)
  • William S. Burroughs – A Man Within (OmU) 1h31Min (Central 18h)

DRL

Februar 21, 2011

Gestern waren wir im Cinema International in der Karl-Marx-Allee in der Nähe vom Alex. Es war der Publikumstag – sie sagen auch blödsinnigerweise Kinotag – der Berlinale, wo die Tickets nur die Hälfte kosten und in einem proppevollen großen Saal wurde die Trilogie Dreileben gezeigt, ein Gemeinschaftsprojekt von Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler. Die drei hatten vor ein paar Jahren diverse E-Mails zum Stand des deutschen Kinos ausgetauscht und daraus hatte sich das Projekt entwickelt, drei Filme zu machen, die drei Dinge gemeinsam haben sollten: den Ort, die Zeit und die Tat. Mit der Zeit hat es nicht ganz geklappt, aber davon evtl. später. Ich hatte von den Filmen nicht viel erwartet, die wenigen Kritiken, die ich dazu im Vorfeld gelesen hatte, waren eher zurückhaltend gewesen. Aber das war ein idealer Ausgangspunkt.

Der erste Film war Etwas Besseres als den Tod von Christian Petzold. Sehr ruhig, sich langsam vorwärtsbewegend mit viel Wald, viel Krankenhaus und vielen sehr nahen Gesichtsaufnahmen. Johannes, Zivi in einer Klinik irgendwo am Arsch der Welt, der hier zufälligerweise im Thüringer Wald liegt, verliebt sich in Ana, ein bosnisches Zimmermädchen – politically correct room-maid – in einem nahegelegen Sporthotel. Und es ist eine schöne, sachte Liebesgeschichte. Sie ist diejenige, die anfängt, er reagiert und scheint am Anfang völlig chancenlos zu sein. Sie ist die Powerfrau, er derjenige, der um sie kämpfen muss und dann schließlich bei ihr landet. Das ändert sich dann später wieder, aber nicht wirklich. Ein Lied spielt hier eine Rolle, ein ziemlich abgenudeltes, aber immerhin. Johannes tanzt engumschlungen mit Ana und übersetzt es für sie ins Deutsche. Und es geht ums Weinen von Flüßen in diesem Lied.

Der nächste Film war Komm mir nicht nach von Dominik Graf. Ein ziemlicher Schock nach dem eher – im positiven Sinne – langatmigen Petzoldwerk. Es wird viel geredet, viel genuschelt, die Aufnahmemikros stehen nicht immer da, wo sie die Stimmen so aufnehmen, dass der Zuhörer sie verstehen kann. Dominik Graf und sein Actionkino eben, oder sagt man Genrekino? Er versucht zwanghaft realistisch und lakonisch zu sein, aber es ist oft nur hingerotzt. In diesem Streifen ist die Polizeipsychologin die Hauptfigur. Sie schläft bei einer Freundin von früher – da das Hotel, in dem sie ein Zimmer reserviert hat, doch voll ist – und lernt ihren neuen Mann und eine gemeinsame bis dahin unbekannte Liebesgeschichte aus der Vergangenheit kennen (diesbezüglich intrigieren die beiden Weiber dann ausgiebig nachträglich). Die Schauspielerin, die Vera spielt, (Susanne Wolff) die Freundin, die mit einem Typen zusammmenlebt, der dicke Krimischwarten schreibt, die kein Mensch außer ihm selber kauft, ein Stephen King für Arme – hat mich vom Gesicht her unglaublich an Emmanuelle Béart erinnert. Nur interessanter. Was soll man noch sagen zu dem Film? Die Polizei wird als korrupt dargestellt. So richtig hat mich das nicht überzeugt, das ist mal wieder typisch Dominik Graf, der immer alles übertreibt. Hat der eigentlich schon mal einen Tatort gedreht? Er wäre der ideale Regisseur dafür. Es ist eigentlich immer zu dick aufgetragen, zu überfrachtet bei ihm, mach mal halblang, cool down, das Leben ist nicht so, möchte man ihm zurufen. Aber eins ist klar, wenn der Film im September im Fernsehen ausgestrahlt wird, dann muss ich ihn unbedingt nochmal sehen, denn ich habe die Hoffnung, einige Dialoge und Witze, die ich beim ersten Hören icht verstanden habe, doch noch zu verstehen.

Der dritte Film war Eine Minute Dunkel von Christoph Hochhäusler und ich habe ihn von Anfang an nicht gemocht. Er konzentriert sich auf Molesch, den ausgebuchsten Mörder. Er flüchtet in einem Wäschesack aus der Klinik, wo er im Totenzimmer seine Mutter besuchen durfte. Dort sieht er auch Johannes, den Zivi aus Teil 1. Die Filme verschränken sich alle untereinander, blicken aufeinander, aber immer nur zwei nie alle drei gleichzeitig. In diesem Fluchtdrama geht es auch um die ziemlich unfähige Polizei, bis auf einen krankgeschriebenen Kriminalisten, der columbomäßig den Fall aufrollt und stringente Schlüsse zieht. Das Ende haben wir leider nicht mehr gesehen, C. musste ihren Flieger kriegen. Wir haben außerdem wahrscheinlich einen oder mehrere der Regisseure verpasst, gelohnt hat es sich trotzdem.

0:17 Die Fantastischen Vier – Lauschgift (1995)

Februar 3, 2011

Ha! Da sind Sie Lieutenant!
Kronberger. Rauschgiftdezernat.
Was wollen Sie von mir?
Augenblick. Was soll das heißen? (Tohuwabohu)
Überall ist Lauschgift! Hier ist überall Lauschgift. In allen Ecken!
[Mr. Yunioshi (Mickey Rooney) in Frühstück bei Tiffany]

This is from a film scene of Breakfast at Tiffany’s. No clue how it was in English but the German synchronisation is quite funny. It plays with the Chinese pronounciation of the „r“ as an „l“. And it reminds me of that other famous scene in Casablanca where Humphrey says to Ingrid the toast „Here’s looking at you, kid!“ (instead of „Here’s good luck to you“ as it was written in the script) which in German changed to „Schau mir in die Augen, Kleines.“ (Look into my eyes, little one). Probably the most famous sentence of any movie in Germany.

(The list of all 318 selections since 1st February 2010 is here.)

0:27 Capsule – Phony Phonic (2003)

Januar 24, 2011

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYzgxOTNjNzYtN2Y5OS00OTNjLWI1OWYtZTllMzc5ZjJkNWQ3&export=download&hl=de
Eher ein harmloses, kindliches Stückchen Musik mit Glockenspiel hier, eine Art Gegenstück zu der Bikini Kill-Kreischorgie von gestern. Ein bisschen eine heile Welt, wie in einigen Filmen von Rudolf Thome (s.u.). Alternativ hätte ich auch Yoko Ono’s Toilet Piece auf dem iPod gehabt, aber das war mir dann doch zu bescheuert.

(Die Liste aller 308 seit dem 1. Februar 2010 ausgewählten Stücke ist hier.)

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Heute hat mich die dünnhäutige Reaktion eines von mir sehr geschätzten Filmregissseurs auf ein paar nicht so nette Sätze von mir zu seinem letzten Film (s. Eintrag von vorgestern) etwas verwundert. Vielleicht hätte ich mit dem Positiven anfangen sollen in meiner Kurzkritik. An seinem neuen Film Das rote Zimmer haben mir auch so einige Sachen gefallen. Da wären als erstes natürlich die beiden Schauspielerinnen zu nennen, die in der ménage à trois mit dem Kussforscher, der anfangs keine Kusspartnerin für seine Studien hat, ganz klar die Initiative ergreifen. Frauen, die wissen was sie wollen, finde ich schon einmal grundsätzlich sehr sympathisch. Sie spielen ihre Rollen eher unspektakulär und mit einer großen Natürlichkeit. Die Schauspielerinnen haben beide natürlich schon eine Menge Charme. Auch gefallen hat mir das Haus im Grünen im Schatten der hohen Laubbäume (wohl in Vorpommern gelegen). Der kleine See nahebei vervollständigt diesen Traumort, an dem dem man gerne selber mit zwei Frauen einen Sommer verbringen würde und mit ihnen beim Rotwein draußen auf der Holzbank am Holztisch sitzen möchte und einfach die Tage rumdiskutieren und die Nächte sich den anderen körperlichen Genüssen widmen möchte. Bei diesem Setting muss man natürlich auch sofort an Rainer Langhans denken aber bei dem sind/waren es mehr als zwei Frauen. Aber stören tun mich auch einige Dinge an dem Film. Zum einen die Marionettenhaftigleit des Mannes, das scheint aber schon fast ein Grundmotiv bei Thome zu sein, die Männer sind eigentlich immer schwach und ziemliche Langweiler. Die Dialoge sind ebenfalls nicht nach meinem Gusto. Es gibt eigentlich nur banale und/oder klischeehafte Dialoge. Man vergisst sie sobald man sie gehört hat. Kein Dialog aber unvergessen ist das Schild im Wagen als die drei am Ende nachdem sie ihren Ehevertrag geschlossen haben weg an die Küste (wahrscheinlich Ostsee) fahren, da steht „Just Married“ und man sieht das Auto einen Hügel hochfahren und verschwinden. Wie blöd und unoriginell ist das denn? Im von den Frauen aufgesetzten Ehevertrag sichert der Mann, der übrigens kein Doktor ist, von den Frauen aber immer so tituliert wird, den beiden dreitausend Euro pro Monat zu, wenn sie mit ihm zusammenleben. Wieder so ein beklopptes Klischee, der Mann hält die Frauen aus, er bezahlt sie wie Prostituierte. Und sie wollen es auch noch so. Wenn das keine bescheuerte Männerphantasie à la Berlusconi ist, dann weiß ich wirklich nicht. Die Kussforschung als solche ist ebenfalls sehr unersprießlich. Da wird erst geküsst und dann darüber gesprochen, was man dabei empfunden hat. Im Grunde eine ganz interessante Idee, aber leider kommen da rein überhaupt keine tieferen Erkenntnisse zustande. Für den Mann ist das Küssen der Prolog zum Sex, wie die Frauen das Küssen empfunden haben, weiß ich nicht mehr. Das war jedenfalls sehr ernüchternd, ansonsten hätte ich es mir gemerkt. Je mehr ich über den Film schreibe und nachdenke, desto besser wird er in der Erinnerung. Das liegt aber glaube ich auch daran, dass im Rückblick alles schöner wird. Auch und gerade weil man die unangenehmen, todlangweiligen, nervigen und peinlichen Momente einfach ausblendet.

0:29 The Smiths – I Want a Boy for My Birthday (1982, The Cookies 1963)

Januar 22, 2011
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYTA4NDNhZWUtMzk0NS00ZTM3LTg2ZjgtNWZmYjUwYWNlMjk4&export=download&hl=de

I want a boy for my birthday
That’s what I’ve been dreaming of
I won’t have a happy birthday
Without a boy to love

Tschuldigung für die schlechte Qualität dieses unvollständigen Liedes. Es ist soweit ich weiß die älteste erhaltene Aufnahme der Smiths, sie covern eine amerikanische R&B Mädchenband der 50er und 60er. Den Liedtext trägt Morrissey mit hoher Überzeugungskraft vor, selbst in der grottenschlechten Qualität hört man doch auch schon hier – zumindest ging es mir so mit dem iPod – die einzigartige Magie des Smiths-Sounds. Ich hatte vorhin in der U-Bahn jedenfalls eine Gänsehaut über die knappe halbe Minute, bevor das Lied abbrach. Das Aufnahmejahr 1982 ist außerdem ein Jahr, in dem mein Leben eine interessante Wendung nahm, von der ich, wenn ich ehrlich bin, noch heute zehre. Und 1963, na ja, da schweigt des Sängers Höflichkeit oder wie es nochmal heißt.

(Die Liste aller 306 seit dem 1. Februar 2010 ausgewählten Stücke ist hier.)

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Wir haben heute übrigens den allerschlimmsten, banalsten, überflüssigsten Film von Rudolf Thome überhaupt gesehen. Schon die letzten Machwerke waren ja nicht sehr toll – beim Letzten von 2006 pennte lustigerweise Thome himself über die längste Zeit der Vorpremiere in der Sachsenhausener Harmonie, der wir beiwohnten. Das rote Zimmer ist eine Altherrenphantasie über einen Mann der mit zwei Frauen rummacht, die auch miteinander rummachen. Es wird viel geküsst, die Frauen dürfen sich ausziehen, der Mann natürlich nicht, und die Dialoge sind wieder mal an der Grenze der Debilität, hölzern und unlustig und ohne Charme. Der Film zog sich außerdem ewig in die Länge, die Einstellungen wollten nicht aufhören, es war eine Qual. Das war nun endgültig der letzte Thome, den ich mir in diesem Leben angetan habe.

Sounds and Silence

November 2, 2010


Am Samstag abend im netten Kreuzberger fsk-Kino am Oranienplatz endlich mal wieder einen guten Film gesehen bzw. in diesem Fall wohl eher gehört. Die Wartezeit vor dem Filmanfang hat uns das faszinierende Video mit der aus Holzlatten minütlich aktualisierten Bildschirmuhr verkürzt. Als besonderen Gag zeigen sie im Kino wie der Filmvorführer den Film auf die Spule legt. Neu entdeckt haben wir in diesem Musikfilm über das ECM-Label vor allem den tunesischen Oud-Spieler Anouar Brahem, der nicht nur phantastisch auf diesem traditionellen Instrument der arabischen Musik spielt sondern auch so einges zu erzählen hat. Andere beeindruckende, mitwirkende Musiker: Arvo Pärt (vor allem der Chor im Schlussstück, der auch im Trailer ist, war überirdisch schön), die zwischen Free und Fusion oszillierende Schweizer Jazzcombo um Nik Bärtsch, der argentinische Akkordeonist Bandoneonspieler Dino Saluzzi und natürlich Jan Garbarek und sein immer noch glasklarer Saxophonton. Keith Jarrett hat sich leider mal wieder geziert. Catherine und ich haben die Besucheranzahl an dem Abend um 67% erhöht, eigentlich unfassbar. Der Film ist ja nicht nur sehr gut sondern auch noch brandneu.

I don’t like films, #1

September 26, 2010

Das könnte vielleicht eine neue Reihe hier werden, bei Facebook fehlt er mir schmerzlich der „Gefällt mir Nicht“-Button, denn mir gefällt jeden Tag mindestens eine Sache überhaupt nicht. Bin halt ein Nieselpriem.

Gestern hat mir überhaupt nicht der Film Bal – Honig gefallen, der die diesjährige Berlinale gewonnen hat. Eine nahezu völlig handlungslose Aneinanderreihung von film stills, die abwechselnd den Wald und die Natur in der Nordosttürkei und ein Jungengesicht abbilden. Das Zweitbeste an dem Film war, dass nach knapp anderthalb Stunden endlich mal was passiert ist und der Vater beim Honigsammeln vom Baum gekracht ist – oh Mist, jetzt habe ich auch noch den Plot gespoilt – das wahre Highlight war vielmehr, dass der Typ zwei Reihen vor mir in dem Moment aus seinem Schlummer erwacht und zusammengeschreckt ist und uns alle, die wir auch im Halbschlaf dahindämmerten zurück in die Wirklichkeit geholt hat. Danke, lieber unbekannter Filmgänger. Ansonsten gefällt mir natürlich in dem Zusammenhang auch überhaupt nicht, was die deutsche Filmkritik zu diesem Film geschrieben hat, nämlich nur Elogen (wahrscheinlich war der Kinosaal auch deshalb verdammt gut gefüllt). Bei denen scheint Gruppenzwang zu herrschen, ich seh das jetzt mal positiv, mit dem Lesen von Filmkritiken braucht man auch nicht mehr seine kostbare Lebenszeit zu verschwenden. Der Einzige, der ihn nicht ganz so toll fand, war ein Schreiberling von der FAZ. Und die von mir geschätzte Zeit-Kritikerin hat sich wohl nicht zu dem Film geäußert.

P.S. Ein großes Vorbild ist in diesem Kontext natürlich Tanya Headon’s großartige Kolumne I Hate Music, die damals auf Tom Ewing’s Webzine Freaky Trigger erschien, übrigens der Tom Ewing, der auch der Vater des Musikforums I Love Music ist. Liebe und Hass sozusagen als zwei Seiten einer Medaille. In beiden Fällen hat man ein starkes Gefühl in Bezug auf etwas. Heiß oder kalt, Hauptsache nicht lau.

peter praschl on the berlinale 2010

Mai 26, 2010

erst jetzt entdeckt, einige filmkritiken von peter praschl für das sz-magazin. mammuth will ich jetzt unbedingt sofort sehen.

Rohmer und Thome

Januar 12, 2010

Bezüglich Rohmer ist mir heute noch einmal aufgefallen wie sehr ich seine Fiilme doch gegenüber denen von Thome bevorzuge. In Rohmerfilmen wird die Konversation gepflegt, da wird philosophiert und drumherum geredet, die Handlung ist nicht so wichtig. Die Filmszenen sind dann auch oft so natürlich, nicht so spröde und ungelenk inszeniert wie bei Thome. Bei Rohmer hat man das Gefühl, dass die Kamera versehentlich mitläuft während ein paar Leute sich treffen und austauschen während bei Thome meist klar ist, dass die Leute nur da sind wegen der Kamera, das ist fast immer so unglaublich gekünstelt. Rohmer weiß, was er erzählen will, er hat auch was zu erzählen. Bei ihm immer das Gefühl, dass trotz all der Worte, trotz all dem Gequatsche ein mystisches, unerklärliches Element bleibt. Bei Thome hingegen verflüchtigt sich dieses Element trotz des vielen Schweigens, dass eigentlich das Geheimnisvolle betonen sollte, häufig völlig. Ich muss unbedingt mal den ersten Film von Rohmer von 1959 sehen, da war er schon 39. Es geht um einen Straßenmusiker, der in Paris zum Clochard wird weil sich das Erbe auf das er wartet, dann doch nicht realisiert. Rohmer war übrigens 12 Jahre älter als Truffaut, eine halbe Generation.