Archive for the ‘lit’ Category

10 Bücher für die Insel

September 16, 2015

In Zeiten von E-Books zwar ziemlich sinnbefreit und außerdem gibt es die Bücher gar nicht alle, aber egal.

  • Bibel
  • Fjodor Dostojewski – Die Brüder Karamassoff
  • Edgar Allen Poe – The Pit and the Pendulum
  • Friedrich Nietzsche – Menschliches, Allzumenschliches
  • Theodor W. Adorno – Minima Moralia
  • Tagebuch einer Radfahrt nach Ierapetra im Sommer 1982
  • Jack London – John Barleycorn Must Die
  • Joni Mitchell – Lyrics
  • D.T. Suzuki – The Zen Monk’s Life
  • Karl Kerenyí – Die Mythologie der Griechen

Und wie sähen Eure Listen aus, D. und S. ?

Kategorischer Imperativ für Autoren

September 19, 2012

Idee einer FiFo-Bibliothek: Die Bibliothek ist ein Stapel. Die Ausleihdauer ein Monat. Wenn das Buch ausgelesen ist, muss der Leser etwas darüber schreiben, die Lektüre verdauen und in einem Text, der  etwa 1% des gelesenen Buches ausmacht, resümieren. Und jetzt kommt der Clou. In diese Bibliothek kommen ähnlich wie in Brautigan’s Bibliothek aus The Abortion nur unveröffentlichte Manuskripte, die die Autoren dort vorbeibringen. Sie müssen für jedes abgegebene Buch, das ganz unten in den Stapel kommt, ein Buch lesen und zwar dasjenige ganz oben im Stapel. Wer selber schreibt, muss auch andere Bücher lesen und über diese dann kondensiert schreiben. Damit ergibt sich eine Kommunikation zwischen den Autoren. Und keiner textet die Welt mehr zu als er selbst von der Welt zugetextet wird. Ausgelesene Bücher kommen wie auch neue Bücher ganz unten in den Stapel.

[File under: brainstorms on the ergometer]

Timm Kruse: 40 Tage Fasten

März 17, 2012

Nachdem ich ja vorletzte Woche selber fünf Tage gefastet habe und zufällig von diesem Buch gehört hatte, musste ich es mir natürlich sofort besorgen und habe es in kürzester Zeit verschlungen. Es ist sehr einfach zu lesen, mich hat allerdings die Geschwätzigkeit irritiert. Der Autor ist freier TV-Redakteur beim NDR und arbeitete z.T. auch während der Fastenperiode weiter. Gerade bei einem Buch über das Fasten, das für Konzentration und Einkehr bei sich selbst steht, hat es mich verwundert, dass einerseits soviel banale „Erkenntnisse“ ausgebreitet werden, z.B. der doch sehr abgedroschene Gedanke, wie gut es uns doch in der Wohlstandsgesellschaft geht, und dass andererseits bestimmt die Hälfte des Buches aus im Internet aufgelesenen Informationen besteht. Besonders hanebüchen war da die Sache mit der Lichtnahrung: angeblich kann man nach einer Woche Fasten und Dursten (für eine Weile?) nur noch von Licht leben. Esoterischer Humbug. Mitgenommen habe ich aus dem Buch u.a. dass das Schlafen wohl immer schwieriger wird je länger man fastet, ähnliches hatte ich ja auch selber bei meinem Kurzfasten schon bemerkt. Der Autor kämpft hier besonders mit seiner Blase, da er abends viel trinkt, muss er nachts oft mehrmals aufs Klo. Nicht überraschend fand ich, dass sich im Laufe der langen Fastenzeit der Körper immer mehr runterregelt (Puls geht runter, Blutdruck dito, man friert, man wird langsamer in den Bewegungen) in eine Art Winterschlafmodus. Auch die Überempfindlichkeit gegenüber äußeren Eindrücken – sehr schön als eine erhöhte Durchlässigkeit des Körpers gegenüber der Umwelt gedeutet – und der Hang, sich auf sich selbst zurückziehen, der parallel läuft zu einer gewissen sozialen Inkompatibilität bzw. Unausstehlichkeit waren mir nicht ganz neu. Angeblich soll die Lust auf Sex nachlassen, das halte ich für eine individuelle Eigenheit des Autoren und kann ich aus meiner im Verhältnis sehr kurzen Fastenzeit nicht bestätigen. Dass die Verdauung nahezu bis zum Ende der 40 Tage aktiv ist und Einläufe daher an der Tagesordnung bleiben, war mir vorher noch nicht bekannt. Man hat am Ende des Buchs allerdings ein bisschen das Gefühl, dass es dem Autor mehr darum geht, sich selbst zu beweisen, dass er 40 Tage ohne Essen durchhalten kann als diese Aktion dafür zu nutzen, wirklich neue Erkenntnisse über sich selbst bzw. eine tiefere Selbsterfahrung zu machen. Hierzu passt auch, dass er nach Ende seiner Fastenzeit seinen Job hinwirft, nach Indien reist und einem Guru auf seiner Weltreise zu seinen Anhängern als Assistent folgt. Der Mann ist vierzig, aber scheint noch einen großen Bedarf nach Abenteuer und Flucht vor der Realität zu haben. Das lässt ihn eher als sprunghaften Teenager erscheinen denn als reifen Mann. Er erinnert mich auch in seiner Naivität an mich selbst vor dreißig Jahren. Neben der Gurugeschichte, von der er auch völlig überdreht in Elstners „Menschen der Woche“ erzählt hat, denke ich da an seine Bettelgeschichte, er sagt zwar nicht warum er einmal bettelt, aber ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass er sich auch hier austesten wollte, ob er den eigenen Stolz soweit überwinden kann, sich soweit erniedrigen kann, dass er andere anschnorrt. Eine andere Banalität, die er nicht müde wird dauernd zu wiederholen, ist dass wir alle riesige Egoisten sind. Aber muss man, um das zu realisieren wirklich 40 Tage fasten?

Zwei Sterne.

if the ducks were still there we could ask them about where he was now

Januar 29, 2010

I live in New York, and I was thinking about the lagoon in Central Park, down near Central Park South. I was wondering if it would be frozen over when I got home, and if it was, where did the ducks go? I was wondering where the ducks went when the lagoon got all icy and frozen over. I wondered if some guy came in a truck and took them away to a zoo or something. Or if they just flew away.

[Holden Caulfield in Chapter 1 of The Catcher in the Rye]

16114

Januar 6, 2010

es gibt so tage, über die schreibt man besser nix. heute war so einer. um es mit brecht zu sagen:

Der Mensch ist gar nicht gut
drum hau ihn auf den Hut
hast du ihn auf den Hut gehaut
dann wird er vielleicht gut.

(Das Lied von der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens)

hyped 2 death

September 11, 2009

das abo von unendlicher spaß gekündigt. ein weblog von lesern der deutschen übersetzung eines über zehn jahre alten buches, das keine handlung auf die reihe kriegt und nur so mit abgedrehten worten um sich schmeißt und außerdem von einem typen geschrieben wurde, der sich inzwischen gekillt hat. wer braucht denn so was? das ist ja wohl bullshit hoch 10.

Waiting for my woman

September 11, 2009

Der Typ, der im Sinne eines System-Shutdowns 200 Gramm Gras in 4 Tagen wegrauchen will und auf die Frau wartet, die ihm den Stoff vorbeibringen soll.

Am besten fickt man erst und badet dann (Brecht)

September 4, 2009

Ich höre fern das Plätschern deiner Wasser
Ich fühl das Herz in meine Hode sinken.
Es drängt mich wieder dein Pipi zu trinken,
Weil ich ein ruchlos raffinierter Prasser.
(Friedrich Schlegel)

Es drängt mich, dein Pipi zu trinken,
und sieh, nun trinke ich bereits.
O welch Genuss bei deinem Beinespreiz,
o wie die Wasser hurtig blinken.
(Joachim Ringelnatz)

kleine geräusche

September 4, 2009

Er war nicht schön, nicht reich, nicht besonders charmant und kein großer Redner, aber er war der Frau mit wunderbarem Gleichmut beständig zugetan, und er machte beim Schlafen kleine Geräusche, „die schöner waren als alle, die ich kannte, weil sie einer machte, den man mochte, und weil er doch leben musste, um Geräusche zu machen, die mir ein Zelt bauten in der Nacht.“

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September 2, 2009

kann mal jemand die kifferszenen und die teile, die über alkoholentzug gehen, zusammenschreiben von diesem monstrum? für den rest ist mein interesse begrenzt. über tennis zu lesen ist ja noch öder als tennis zu gucken. tennis kann man eigentlich nur spielen, natürlich geht das nur, wenn man kann. heute müssen einfach mal ein paar worte raus aus dem system. ich bitte das vielmals zu entschuldigen. zu irgendwas muss so ein blog ja gut sein.