Archive for the ‘live’ Category

Kurt Vile – Jesus Fever

September 21, 2011


Zwischen Berlin und dem Rhein-Main-Gebiet pendel ich ungefähr jedes zweite Wochenende entweder mit dem Flieger, der Bahn oder dem Auto. Durch die verschiedenen Verkehrsmittel ergeben sich andere Perspektiven, der erhabene Blick aus dem Flugzeug von oben auf die Stadt, der verhuschte Blick auf die vorüberfliegende Umgebung aus dem ICE, der mit 300 Sachen dahinrast und der nach vorn gerichtete Blick des Autofahrers, der am meisten drin ist in der Landschaft, durch die er hindurchfährt. Wenn ich mit dem Wagen fahre, versuche ich Leute mitzunehmen, die ich übers Internet finde. Zum einen vergeht die Zeit schneller zu zweit, jedenfalls, wenn man ins Gespräch kommt, zum andern kann man so die Treibstoffkosten teilen. Und das ökologische Gewissen beruhigt es auch ein bisschen. Neulich auf dem Weg zurück nach Berlin hatte ich einen jungen Mann aus der Filmbranche dabei, ich glaube er war Cutter oder so was ähnliches und er hatte gerade an einer TV-Produktion zu einem Jazzmusiker (Chet Baker?) mitgearbeitet. Da im Radio nichts Hörenswertes kam, stöpselte ich irgendwann meinen iPod in die Anlage und ließ ihn die Playlist mit den 365 Stücken aus meinem inzwischen abgeschlossenen Internetprojekt a day, a second durchshuffeln. Das hatte ich auch bei vorherigen Fahrten schon getan; es hatte allerdings nie einer der Mitfahrer ein Wort zu der Musik verloren. Dieses Mal war das anders. Es kamen zwei Bemerkungen, zum einen die, dass die Auswahl relativ ausgefallen wäre und, dass ich ja wohl eine ganze Menge verschiedenartiger Musik hören würde. Zum andern die, dass ich offensichtlich ein Faible für Gitarren (und zwar oft akustische) hätte. Das fiel mir dann plötzlich auch auf, geschätzte zwei von drei Stücken wurden von Gitarren dominiert. Womit wir bei Kurt Vile wären. Das obige Lied Jesus Fever habe ich gestern das erste Mal gehört und der warme Gitarrenklang hat bei mir sofort ein wohliges, inneres Gefühl ausgelöst, obwohl die Melodie eher melancholisch ist und langsam gespielt wird, ist unbestreitbar, dass hier ein Gitarrenmagier am Werke ist, der auch noch eine gut abgehangene, leicht hingenuschelte Stimme hat. In seiner Band, den Violators gibt es drei Gitarristen. Vom Äußerlichen erinnert Kurt Vile etwas an J. Masics von Dinosaur Jr., musikalisch setzt er sich von Mascis dadurch ab, dass er weniger laut ist, aber seine fließenden Gitarrenklänge umso mehr im Ohr des Zuhörers haften bleiben.

Honey B. & the T-Bones – Rocket to the Moon (live 1987)

Mai 3, 2011


Finnische Bands kannte ich bis jetzt erst zwei. Einmal natürlich die Leningrad Cowboys aus den Kaurismäkifilmen, dann die Indierocker 22 Pistepirkko (22 Marienkäfer). Auch die Gruppe hier ist schräg. Sie spielen in diesem älteren Stück einen ziemlich speedigen, schmutzigen, harten Bluesrock. Insbesondere dem psychedelischen Slidegitarrensound bin ich rettungslos verfallen. Eine Kollegin hat eine Best Of-Kompilation der Combo im Musikprogramm eines Finnairfluges nach China gehört(!). Außerhalb von Suomi scheint sie völlig unbekannt. Kein englischer oder deutscher Wikipediaeintrag, nix in I Love Music, aber eine hauptsächlich finnische Homepage mit ein paar mp3s. Konzerte meist in Helsinki, außerhalb von Skandinavien scheinen sie in den letzten Jahren nicht aufgetreten zu sein.

5’37 Sandy Denny – Who Knows Where the Time Goes? (live at the BBC 1973)

Februar 24, 2011
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JMmE4MmViNjAtNmM3Ny00NjJkLTgwM2UtZTE2NmI1ZTc3YzQ4&export=download&hl=de

Across the evening sky, all the birds are leaving
But how can they know it’s time for them to go?
Before the winter fire, I will still be dreaming
I have no thought of time

Sandy Denny’s most famous song recorded for a John Peel show on radio 1 called Sounds of the Seventies. Three things which made me choose this song tonight. First of all her voice of course, still the purest, most yearning of them all. How could someone with such a beautiful voice be so unhappy? Second the lyrics which have this Holden Caulfield appeal. An innocent question which goes straight to the heart of things. And then last but not least, the loose, floating structure of the song and the play of the instruments. So many pauses, so much air to breathe in between the music.

(The list of all 337 selections since 1st February 2010 is here.)

0:03 Electro Hippies – Mega Armaggedon Death (1987)

Februar 17, 2011

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZGE2YjcwYmMtYjRjYS00NmU5LWI5MzYtZjlmZGNkNzY3ZmM3&export=download&hl=de
Today I have got a curiosity for you. A piece of music which is shorter than it takes to pronounce its name properly. I guess John Peel was a fan of this band as they performed live on his show. Here they just play a fanfare, actually there is a lot of silence here. The pause in the beginning is slowly mounting the tension towards the incredible end. Which is then followed by the total silence after the apocalypse. Quite realistic, like in real life. It’s rubbish but it’s short, so that’s fine with me.

(The list of all 332 selections since 1st February 2010 is here.)

James Blake – The Wilhelm Scream (Live BBC Session)

Februar 15, 2011


There is something about this James Blake. Somehow he reminds me of Arthur Russell. His music and his voice is so damn intense. He sings like a ghost, he sings ghost soul. I don’t like when he treats his voice with the vocoder like on his debut album. It does not add anything, it only subtracts from his beautiful voice. His most pop moment is of course his cover of Feist’s Limit to Your Love, I am not sure if I prefer the original or the cover but the latter seems a simplification. Whatever. I have to think more about James Blake, he definitely also has the aura of someone like Mark Hollis, someone who knows how to use breaks and pauses in music, someone who pushes borders.

0:09 Tortoise – Intro (live Frankfurt 1999)

Februar 11, 2011

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JMjVjMzMwNGUtYTg2MS00OTJmLTg2MDItYjk2M2UxM2M5NDZi&export=download&hl=de
The first time I heard something by Tortoise was in May 1999 in a bookshop somewhere in Massachusetts. It was a very long, instrumental piece with ups and downs, I think I didn’t leave the place before the end and I asked somebody what kind of music it was. It was Djed, from their chef d’œuvre millions now living will never die (what a great title), a natural symphony with thunder and wind and stuff, altogether twenty minutes long. Here they get nine seconds, hardly enough time to develop their sound. Cut. Today in the plane from Berlin to Frankfurt there was this red-haired lady, a couple of weeks ago I shared a flight with this man who looked even younger than on tv. Politicians seem to spend a lot of time in the air.

(The list of all 326 selections since 1st February 2010 is here.)

Monterey 1967

Februar 6, 2011


Quicksilver Messenger Service – All I Ever Wanted to Do

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Januar 25, 2011


New Order play Ceremony live in New York City in 1981. Ian is there, floating in the air. Terrific performance and amazing how young they were.

The Pretty Things

November 2, 2010

spielten gestern im Quasimodo neben dem Theater des Westens. Es war sehr voll und sehr laut und es war neben dem Sänger Phil May noch der Gitarrist Dick Taylor – der eher wie ein schmaler, pensionierter Schullehrer mit kleiner, runder Nickelbrille daherkam – von der Ursprungsformation von 1963 mit an Bord. Der R&B war musikalisch eher grob geschnitzt bzw. ging im Lärm etwas unter (nächstes Mal unbedingt Ohrstöpsel mitbringen), aber Phil May’s schelmisches, lausbübisches Grinsen ins Publikum nach jeder dritten Liedzeile war einfach umwerfend. Er konnte es selber kaum glauben, dass so viele Leute ihn gestern in Berlin noch hören wollten. Vorne tanzten mindestens sechzigjährige Pärchen solo herum, die weißhaarigen Damen hätte ich ja gerne mal vor vierzig Jahren gesehen. Wen es interessiert, hier steht noch mehr über das Konzert.