Archive for the ‘polit’ Category

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April 15, 2011

ob das wohl eine weise entscheidung war, die nato-außenministerkonferenz im zentrum von berlin stattfinden zu lassen? wieso treffen die sich nicht an irgendeinem verlorenen brandenburgischen see? stattdessen muss die halbe stadt abgeriegelt werden und tausende von polizisten werden mobilisiert. was das kostet, wie das nervt, wie da absolut nix hinten rauskommt.

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was sucht man auf dem jakobsweg? körperliche genesung? trost? die erleuchtung? gott? die körperliche herausforderung? den partner fürs leben? ich jedenfalls habe dort nur meinen rhythmus, mein tempo, meinen schritt gesucht. und war auch kurz davor, ihn zu finden. aber am ziel, in santiago habe ich ihn dann verloren. da war schluss mit dem kontinuierlichen gehen. da gab es wieder ampeln, die den fluss der bewegung störten. städte sind nix für langstreckenwanderer.

5’51 Death – Politicians in My Eyes (1975)

März 10, 2011
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Always trying to be slick
When they tell us their lies
They’re responsible for
sending young men to die

Death were a black trio from Detroit who made some kind of hard rock in the early seventies without any success. They were soon forgotten and were rediscovered a couple of years ago. Here they basically repeat one huge bass riff ad aeternam, use lots of beautiful distortion and sing about what they think about politicians near the end of the Vietnam war. Today one politician, the German ex-minister of defence, Mr Guttenberg received the grand tattoo (Großer Zapfenstreich) which is played by the military marching band. He had resigned from office last week because of a copyright scandal concerning his dissertation. For his sending-off he could choose three pieces of music and one of them was Deep Purple’s Smoke on the Water which surprised some people as he is known as a huge AC/DC fan. He should have chosen this Death song instead as not only the music is superior to the old histrionic and bombastic Deep Purple riff which has been played to death a long time ago but the lyrics would have fit almost exactly on his hopefully short career as a politician.

(The list of all 351 selections since 1st February 2010 is here)

P.S. Somehow this Death track reminds me of Golden Earring’s Radar Love which is older – from 1973 – and used to be one of my favourite songs they played in the cellar disco I went to in the mid-seventies. When the song began the girls used to kneel down and started to spin their heads and whirl around their long hair. It was phantatstic. Just listened to the song again, it did not age well at all.

bleib bei mutti

März 9, 2011

ein bisschen angst macht mir dieser hype um guttenberg schon. niemand konnte mir bisher sagen, was an diesem windbeutel so toll sein soll, aber jede menge leute halten ihn für einen fähigen politiker. das erinnert mich doch ein bisschen an einen gewissen h., dem die deutschen damals auch wie dem rattenfänger von hameln hinterhergelaufen sind. ich sag mal so, wenn der guttenberg je in die hohe politik zurückkommen sollte, dann seh ich für deutschland ziemlich schwarz. nach der art und weise zu urteilen wie der seinen lebenslauf frisiert hat, hat der gute mann übrigens einen riesigen minderheitskomplex. so etwas kann sehr schnell umschlagen in eine allmachtsphantasie. womit wir wieder bei h. wären. jetzt will ich über den lackaffen aber wirklich nichts mehr schreiben müssen.

5’43 Howe Gelb – This Purple Child (1998)

März 3, 2011
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there’s some monster within slipping from sleeping to arise.
and there’s some angels there too down and deep within darkening eyes.

In memoriam von unserem Ex-Verteidigungsminister, der gestern wohl die weiseste Entscheidung seines Lebens getroffen hat. Glückwunsch nachträglich. Drei Zitate ohne Quellenangabe. Sozusagen ein Plagiat mit Ansage. Beim letzten Zitat bin ich mir nicht sicher, ob es nicht auch schon ein Plagiat war. Da kursiert so ein Gerücht in den sozialen Netzwerken, das eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein.

About the song:

There is this horn section sample after 2:50 which sounds like an intruder from outer space in the balanced song. For the next two minutes I just wait for this extraterrestrian to come back. And it does.

Von einem, dem die Zeit wie Sand durch die Hände rinnt:

Traum: Auf der Oberfläche der Sonne verursacht eine von der Erde ausgesandte Sonde eine Störung. Zuerst sieht man nur einen kleinen schwarzen Fleck, der sich aber rasch ausbreitet. Schließlich erlischt die Kernfusion auf der Sonne ganz. Im Dunkeln suche ich mit C. nach Kerzen. Aber sinnvoll scheint das nicht. Es kann nur noch Tage oder Stunden dauern, bis die Temperatur auf diesem Planeten für immer bei minus 273 Grad angekommen ist, da helfen Kerzen jetzt auch nicht weiter. Wir resignieren.

Last but not least:

Ich war immer bereit zu kämpfen. Aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.

(The list of all 343 selections since 1st February 2010 is here.)

0:09 Tortoise – Intro (live Frankfurt 1999)

Februar 11, 2011

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The first time I heard something by Tortoise was in May 1999 in a bookshop somewhere in Massachusetts. It was a very long, instrumental piece with ups and downs, I think I didn’t leave the place before the end and I asked somebody what kind of music it was. It was Djed, from their chef d’œuvre millions now living will never die (what a great title), a natural symphony with thunder and wind and stuff, altogether twenty minutes long. Here they get nine seconds, hardly enough time to develop their sound. Cut. Today in the plane from Berlin to Frankfurt there was this red-haired lady, a couple of weeks ago I shared a flight with this man who looked even younger than on tv. Politicians seem to spend a lot of time in the air.

(The list of all 326 selections since 1st February 2010 is here.)

Ministerpräsident spielt lieber Schach

November 2, 2010

MP Peter Müller spielt lieber Schach als sich langweilige politische Debatten reinzuziehen.
(via Schachblog)
Neulich im saarländischen Landtag: Peter Müller spielt eine Partie Schach mit seinem iPad. Schach spielende Politiker können keine schlechten Politiker sein: Neben Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker fällt mir da jetzt noch Peer Steinbrück ein, bei Otto Schily bin ich mir jetzt nicht mehr ganz so sicher. Schach spielt er glaube ich schon, aber ist/war er ein guter Politiker?

1:45 Johann Sebastian Bach – Suite g-Moll BWV 995 III Courante (ca. 1730, Óscar Cáceres)

Oktober 28, 2010

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Das ist jetzt schon der dritte Tanz – vom Tempo her zwischen der gemächlichen Sarabande und der flinken Gigue – aus dieser herrlichen Lautensuite von Johann Sebastian Bach in der luziden Interpretation des Montevideoer Gitarristen Cáceres. In Der vollkommene Capellmeister (1739) schreibt Mattheson über die Courante (von mir aus dem Englischen zurückübersetzt):

Die Bewegung einer Courante ist hauptsächlich durch die Leidenschaft oder die Stimmung einer süßen Erwartung gekennzeichnet. Denn es ist etwas Inniges, etwas Sehnendes und auch Erfreuliches in der Melodie: Eindeutig Musik, auf die Hoffnungen aufbauen.

Cut. Auf der ersten Etappe auf dem Jesus Trail von Nazareth nach Cana war der Weg- und Straßenrand voller Müll. Wir sprachen später noch mit einem der amerikanischen Voluntaries in unserer Nazarether Herberge darüber und er sagte uns, dass sie vor kurzem jede Menge Müll entfernt hätten und sogar der israelische Tourismusminister da gewesen war und versprochen hatte, sich hier einzusetzen. Das Ergebnis war ernüchternd, insbesondere der Ort Mashhad kurz vor Cana ist eine einzige stinkende Müllhalde. Ich werde diese im Süden sehr verbreitete Mentalität, dass die Natur ein Feind ist und daher vermüllt werden darf nie verstehen. Was auch interessant auf dem Weg war: Den ersten israelischen Juden haben wir erst am Nachmittag des dritten Tages getroffen. 25% der Bevölkerung in den nichtbesetzten Gebieten in Israel sind Araber. Mit den besetzten Gebieten wären es noch wesentlich mehr. Kein Wunder, dass Israel denen keinen Staatsbürgerstatus geben will. Die Araber, die das Glück haben auf israelischem Territorium zu wohnen, sind nicht nur voll stimmberechtigte Bürger, sie haben sogar noch wie die Orthodoxen keine Militärpflicht. Ich glaube, die fühlen sich in Israel recht wohl, da der Lebensstandard höher, das Land wegen guter Bewässerungstechnik fruchtbarer und die Infrastruktur besser ist als in den arabischen Anrainerländern.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 230 Stücke ist hier.)

I don’t like journalists, #1

September 26, 2010

Und zwar denke ich da jetzt gerade an Heribert Prantl von der Süddeutschen, die ich eigentlich mag, wie er sich gerade im Presseclub echauffiert hat über die neuen Hartz IV-Regelsätze. Er sagt doch tatsächlich, dass man erst die neuen Sätze berechnen sollte und zwar natürlich so, dass da ein fettes Plus hinten rauskommt und dann gucken soll, ob das überhaupt im Budget drin ist. Also sozusagen the American way, erst die Knete mit der Kreditkarte auf Pump ausgeben und dann am Ende jammern, wenn das Finanzsystem zusammengebrochen ist. Und dann drischt der noch minutenlang völlig nichtssagende soziale Phrasen. Der ist noch nicht angekommen im heute, der lebt noch in der Zeit der sozialliberalen Koalition. Ein Traumtänzer wie er im Buche steht. Alle anderen in der Runde, besonders die Dame von der Zeit, waren übrigens durchaus vernünftig.

Much Ado about Nothing

September 22, 2010

Die Unaufrichtigkeit vieler führender Politiker in der Debatte um Sarrazin bringt Bettina Röhl – das journalistische Talent zum Zuspitzen hat sie wohl von beiden Elternteilen geerbt – gut auf den Punkt, indem sie darauf hinweist, dass Sarrazins Geburtsprämie für Akademiker unter dem Namen Elterngeld von einer großen Koalition – u.a. auch mit einem Minister Gabriel – vor einigen Jahren ja bereits beschlossen wurde:

Das damals eingeführte Elterngeld für ein Jahr Erziehungspause eines Elternteils beträgt für arme Schlucker ein Jahr lang 300 Euro pro Monat, also 3600 Euro. Für Besserverdienende hatte Schwarz-Rot als Obergrenze 1800 Euro Elterngeld pro Monat ausgesetzt. Diese Gutverdiener-Paare bekommen also per Saldo über zwölf Monate verteilt knapp 22.000 Euro Elterngeld geschenkt.

Angst essen Hirn auf

August 31, 2010

„Rund 90 Prozent der BILD.de-Leser wollen Sarrazin sogar als Bundeskanzler…“