Archive for the ‘vino’ Category

5’41 Captain Sensible – Wot (Maxi 1982)

März 1, 2011
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JNTE1YmE3ZDgtZGY4Zi00YmRjLTllZTYtOWVkNTg3OGM3ZmFm&export=download&hl=de

It went bang – I said rap up.
Well I’m aware that the guy must do his work
But the piledriver man drove me berserk.

It’s strange but I am having all these flashbacks in the last couple of months. Mostly totally unimportant memories which suddenly come and go. Do I have an example? Yes, for instance the first time I drank alcohol. I must have been around 13 and there were all these blokes sitting at a long table at a friend’s house. We were maybe eight or nine altogether and IIRC everyone had two glasses of beer. I remember that I was disappointed as I hardly felt anything except a slight relaxation but nothing mind-bending. Why do I write this? Because if I had to choose one year, I would go for 1982. Not because of Captain Sensible’s one hit wonder, I heard it first a couple of years later. No, it was the end of school and I decided to make a cut. It was the best decision of my life. What an amazing Greek summer. Later on in November or something I came back to Germany. In retrospect it probably was the right thing to do but at the time I was in doubt. Now I can still dance to this song and it brings back myriads of memories. What more can you ask from pop music?

(The list of all 341 selections since 1st February 2010 is here.)

2:42 Townes van Zandt – Waiting Around to Die (1969)

August 19, 2010

http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JNTRhYzY2YjYtY2QzOC00MzJlLWE3MjAtMDEzYjMxOWIyNGIy&export=download&hl=de
(If the audio does not play, try to log out of your Google account)

Now I’m out of prison, I got me a friend at last
He don’t drink or steal or cheat or lie
His name is Codeine, he’s the nicest thing I’ve seen
Together we’re gonna wait around and die

Das Lied hat Townes van Zandt mit Anfang 20 geschrieben und es nimmt im Grunde sein Leben vorweg. Früh als manisch-depressiv diagnostiziert, hat er sich langsam aber sicher zu Tode gesoffen und gespritzt. Sein 52 jähriges Leben hätte mit dem Songtitel überschrieben werden können, er hat es nicht auf die Reihe gekriegt. Und hat trotzdem phantastisch trockene und luzide Songs geschrieben, die ihm großen Respekt bei Musikern und Kritikern eingebracht haben. Ich bin kein Fan, dafür kenne ich seine Musik auch zu wenig, aber dieses Lied ist so abgründig und wird von ihm mit gerade mal 24 so nüchtern-klar und schicksalsergeben vorgetragen, dass ich einfach hinhören musste, was er da so sang und dann war es auch schon um mich geschehen und er hatte mich postmortal am Haken.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 173 Songs ist hier.)

.

August 17, 2010

verkatert aufwachen gegen rechts

Spanischer Wein

August 16, 2010

Ich muss unbedingt noch was über Cariñena schreiben, einen Rotwein aus der Gegend von Saragossa – hi Anton! – der alles was ich bis jetzt an Rebensaft aus spanischen Landen genossen habe, locker in den Schatten stellt. Bei Rioja habe ich ja immer das Gefühl, dass die Spanier versuchen, einen Bordeaux zu machen, ihn aber entweder zu lang im zu feuchten Keller lassen oder was anderes falsch machen. Jedenfalls ist Rioja für mich ein Synonym für Dezeption. Der Cariñena hingegen hat alles, was ein guter Rotwein braucht, eine gute, nicht zu dunkle Farbe, viel Körper, etwas Tannin, aber nicht zu viel, eine gewisse smoothness, bei Pomerol heißt das gras, auf deutsch sagt man Samtigkeit. Ich habe übrigens zwei Flaschen davon zu einem Vortrag gekriegt, den ich kurz vor dem Sommerurlaub gehalten habe. Eine habe ich noch. Nochmal herzlichen Dank für die Entdeckung an den Spender.

Alohol am Steuer

März 7, 2010

Ich kenn die genauen Zahlen nicht, die kennt nur der liebe Gott, aber ich schätze mal, dass auf einhundert Fahrten mit besoffner Birne ungefähr ein Führerscheinentzug erfolgt. Das heißt, dass die meisten Alkoholfahrten unentdeckt bleiben. Zwangsläufig sehr ähnlich wird die Statistik sein, die die durchschnittliche Anzahl der Promillefahrten einer Person bis zur ersten Kontrolle, bei der diese Person erwischt wird, erfasst. Randbemerkung: Diese Zufallsvariable stelle ich mir poissonverteilt vor. Ich glaube nicht, dass es bei der allseits und auch von mir geschätzten Bischöfin viel anders war, auch wenn sie natürlich so tut, als hätte sie nur einen Fehler gemacht und nicht erst beim zigten Fehler erwischt worden ist. Eine zweite Überlegung, die mir in den unzähligen Kommentaren gefehlt hat, betrifft den Messwert von 1,53 Promille. Das entspricht in etwa zwei Flaschen Wein, bei K da sie klein und weiblich ist wohl etwas weniger. Um so eine Menge überhaupt an einem Abend trinken zu können – und dann auch noch vor 23 Uhr – muss man in Übung sein. Man muss regelmäßig größere Mengen Alkohol runterschlucken, sonst erreicht man so einen Wert nicht. Mit anderen Worten Frau K hat ein Alkoholproblem und hat allein schon deshalb mit ihrem Rücktritt die vollkommen richtige Entscheidung getroffen.

Flotte Lotte

Februar 3, 2010

Als ich das erste Mal davon gehört habe, dass Thomas Mann in seinen Tagebüchern – vor allem gegen Ende, iirc – ausgiebig über seinen Stuhlgang berichtet hat, habe ich damals gedacht typisch. So ein Spinner, der nimmt sich so wichtig, dass er seine eigene Scheiße in Literatur umwandeln muss. Am Samstag war ich bei meinem Gastroenterologen und er hat eine Magenspiegelung gemacht, die nichts erbracht hat. Der Grund für meine Durchfälle wurde weder im Dick- oder Dünndarm noch im Magen gefunden. Die Fruktose- und Laktosetests ergaben auch keine Unverträglichkeiten. Jetzt soll ich in den Fußstapfen von Thomas Mann wandeln und Tagebuch über meinen In- und Output führen. Ich erspare meinen Lesern weitere Ausführungen. Außer, dass es meiner Meinung nach mit dem Weißwein zu tun hat, den ich nur noch in kleinen Dosen zu verdauen scheine. Vielleicht habe ich ihn ja zu Tode geliebt. Vor allem den Retsina.

P.S. Die Lösung meines Problems hat ein hilfreicher Kommentator gegeben. Flohsamenschalen. Die ballaststoffreichen Schalen saugen sich voller Flüssigkeit, weiten sich aus und sorgen so für Druck im Darm. Mal wieder typisch, dass die diversen Spezialisten (drei Gastroenterologen!) nur ihre Instrumentenmedizin im Kopf hatten. Und dafür gebe ich Krankenkassenbeiträge bis zum Abwinken aus. Was ein Scheiß!

Château Grivière 2006. Bordeaux.

Januar 12, 2010

Château Grivière

  • Alkoholgehalt: 12,5%
  • Klassifikation: Cru Bourgeois
  • Region: Médoc
  • Reben: 58% Merlot, 33% Cabernet Sauvignon, 9% Cabernet Franc
  • Preis: 4,6 Euro
  • Laden: Aldi
  • Entkorken mit minimalem Zischen
  • Korklänge: 45 mm
  • Depot: ein Schwebeteilchen
  • Farbe: helles bordeauxrot
  • Bukett: wenig ausgeprägt, mit viel Wohlwollen irgendwas Beeriges
  • Konsistenz: dünnflüssig, wässrig
  • Geschmack: zuerst bitter, dann sauer, als Finish ein leichter Korkgeschmack
  • Abgang: inexistent
  • Reife: noch völlig geschlossener Wein; ich zweifle daran, dass er sich je öffnen wird.
  • Zusammenfassung: Schlechtester als Cru Bourgeois klassifizierter Bordeaux, den ich je getrunken habe, soweit ich mich erinnere. Der Wein ist nicht mal den halben Preis wert. Falls es nur die eine Flasche gewesen sein sollte, Pech gehabt, eine Zweite probier ich jetzt nicht mehr. Unter den Namen haben sie dann auch noch Cuvée Le Vivier gesetzt. Eine Nummer kleiner hätte sich bei dem miesen Tropfen wahrscheinlich gar nicht mehr verkauft.

    16116

    Januar 8, 2010

    die geschichte des ex-mannes einer arbeitskollegin. er soff. eines tages vermissten sie ihn auf der arbeit, allerdings erst nach 18 tagen, die er nicht erschienen war. bei ihm zuhause floss der briefkasten vor post über. die tür war zu, keiner öffnete. die polizei wurde verständigt und brach die tür auf. er saß auf dem sofa. und war tot. es lagen verschiedene schachteln mit vergammeltem essen rum. in einem schrank waren 15 leere flaschen wodka (oder whisky, aber ich glaube wodka, das würde besser passen). er hatte das essen mit dem alkohol bei einem indischen restaurant bestellt und nur den sprit getrunken. nach außen hin hat er bis zum ende nicht zugeben können, dass er alki war. er war gerade mal 50. leider gibt es einen befreundeten kollegen, der dabei ist, diese geschichte zu wiederholen.

    Wolf Blass Heritage Release. Adelaide Shiraz 2006

    Januar 8, 2010

    Wolf Blass Heritage Release. Adelaide Shiraz 2006.

  • Alkoholgehalt: 14,5%
  • Region: Australien, Adelaide
  • Rebe: Shiraz
  • Preis: 6 Euro
  • Laden: Aldi
  • Entkorken mit ganz leichtem Plopp
  • Korklänge: 45 mm
  • Depot: nicht vorhanden
  • Farbe: ins Violette gehendes Kirschrot
  • Bukett: geräuchert, bittermandlig
  • Konsistenz: leicht samtig, voller Körper
  • Geschmack: beherrscht von Pflaumenaromen, außerdem starker Barriqueton, eher halbtrocken als trocken
  • Abgang: relativ lang aber unspezifisch
  • Reife: Wein ist nach fast 4 Jahren (Südhalbkugel) schon gut trinkbar, sollte sich nach ein paar Jahren Lagerung aber noch mehr öffnen.
  • Zusammenfassung: Guter eichenfassgelagerter Shiraz, an dem mich vor allem überrascht hat wie leicht er daherkommt, bei 14,5% hätte ich mehr Schwere erwartet. Der Geschmack wird von Pflaumenaromen bestimmt, etwas Lagerung sollte dem Wein gut tun.

    Château Grand Clapeau Olivier 2006. Bordeaux.

    Dezember 19, 2009

    Ch Gd Clapeau Olivier, Haut-Médoc

  • Alkoholgehalt: 13%
  • Klassifikation: Cru Bourgeois
  • Region: Haut-Médoc
  • Reben: 55% Cabernet Sauvignon, 45% Merlot
  • Preis: 7 Euro
  • Laden: Tengelmann
  • Entkorken mit deutlichem Zischen, Korken ok
  • Korklänge: 48 mm
  • Depot: nicht vorhanden
  • Farbe: dunkles bordeauxrot
  • Bukett: Bittermandel, Rauch, Cassis
  • Konsistenz: schon leicht samtig, die Tannine sind zu einem nicht unerheblichem Teil bereits abgebaut, Wein schäumt nicht
  • Geschmack: relativ wenig ausgeprägt, neben der Rauchnote und der schwarzen Johannisbeere evtl. auch Brombeere
  • Abgang: für einen Cru Bourgeois eher kurz
  • Reife: Wein ist schon gut trinkbar, kann aber auch noch ein paar Jahre liegengelassen werden. Großartige Geschmacksverbesserungen bei Lagerung sind nicht zu erwarten.
  • Zusammenfassung: Bereits gut trinkbarer unspektakulärer Bordeaux mit hohem Merlotanteil. Zischen beim Öffnen wegen unsachgemäßer Lagerung beim Händler? Vielleicht deswegen geschmacklich in Mitlleidenschaft gezogen. Abgang schwach. Preis-/Leistungsverhältnis eher mau. Für den Preis ist der Chianti von der Tankstelle besser.

    Update 31.1.2010: Der 2007er (8 Euro) ist nach mehreren Proben einer meiner Lieblingsweine geworden. Er hat etwas Pflaumiges und ist schon recht rund auf dem Gaumen und im Abgang.